Irische Musiklobby will UPC zwingen, Piraten zu sperren

14. Jänner 2015, 10:55
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Musiklabels gehen geerichtlich gegen den zweitgrößten irischen Provider vor

Die Rolle von Internet Service Providern im Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen ist immer wieder Anlass für Diskussionen. Oberste Gerichtshof (OGH) und der Europäischen Gerichtshof (EuGH) habe entschieden, dass Netzsperren ein zulässiges Mittel sind. In Österreich müssen die Provider daher gewisse Portale sperren. In Irland fordert die Irish Recorded Music Association (IRMA) mit der "Three-Strikes-Regel" mehr von den Anbietern. Diese ist bei Eircom bereits seit längerer Zeit in Kraft und soll nun auch bei UPC Irland durchgesetzt werden, berichtet die "Irish Times".

Three-Strikes-Regel aktiv

Der größte irische Provider Eircom auf Druck der Musikindustrie vor Jahren bereits zugestimmt, zunächst Warnungen gegen Nutzer auszusprechen und ihnen gemäß der Three-Strikes-Regel danach den Internetzugang zu entziehen. Auch der zweitgrößte Provider UPC sollte dazu gezwungen werden, konnte sich bislang jedoch gerichtlich dagegen wehren.

Kampf gegen Pirate Bay "illusorisch"

Die drei Musiklabels von Sony, Universal und Warner wollen nun vor dem Commercial Court eine Verfügung gegen UPC durchsetzen, um dieselben Maßnahmen wie Eircom umsetzen. Wie viele Verwarnungen der Provider aussprechen will, sei ihm überlassen. Die Vertreter der Labels sind der Auffassung, dass es illusorisch sei zu glauben, man könne Piraterie unterbinden, indem direkt gegen Filesharing-Portale wie "The Pirate Bay" vorgehe.

UPC will kein "komplettes System" aufsetzen

UPC argumentiert damit, dass solchen Maßnahme nur gerichtlich verfügt werden könnten, da sie in den Bereich der freien Meinungsäußerung hineinspielen. Allerdings sagte ein Sprecher, dass man prinzipiell kein Problem damit habe nach einem Gerichtsurteil Kundendaten herauszugeben. Man habe aber Bedenken selbst ein "komplettes System" für so ein Unterfangen umzusetzen.

Die IRMA glaubt, dass sich der Unternehmen nur deshalb dagegen wehrt, um einen wettbewerblichen Vorteil gegenüber Eircom zu haben. Und dass der Provider mit dieser Haltung erst recht "Piraten" anziehen würde. (red, derStandard.at, 14.1.2015)

  • Die Musiklobby wird in Irland wieder aktiver gegen Piraterie.
    foto: reuters/wolfgang rattay

    Die Musiklobby wird in Irland wieder aktiver gegen Piraterie.

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