Gericht hob Fahrverbot für Kreuzfahrtschiffe in Venedig auf

13. Jänner 2015, 13:58
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Verkehrsministerium will Rekurs einreichen

Venedig - Ein Verwaltungsgericht in Venedig hat das erst in diesem Jahr in Kraft getretene Fahrverbot für Kreuzfahrtschiffe über 96.000 Tonnen in der Lagunenstadt für ungültig erklärt. Die privaten und öffentlichen Interessen, die von dem Verbot betroffen wären, seien nicht in ausreichendem Maß abgewogen worden.

Das Urteil gilt als Erfolg für die Kreuzfahrtbranche, die sich gegen ein Fahrverbot für Luxusliner in Venedig gewehrt hat. Gegen das Urteil will das Verkehrsministerium in Rom jedoch Einspruch beim Staatsrat erheben, der letzten Instanz in Verwaltungsverfahren.

Mehr als zwei Millionen Kreuzfahrttouristen kommen jedes Jahr nach Venedig, das bringe 430 Millionen Euro in die Stadt und erhalte mindestens 5.000 Arbeitsplätze, argumentiert die Hafenbehörde, die sich für die Kreuzfahrtschiffe in Venedig ausspricht. Seit der Havarie der Costa Concordia vor der Insel Giglio im Jänner 2012 ist jedoch in Venedig die Befürchtung gewachsen, dass ein ähnliches Unglück in der Lagune passieren könnte. "Kreuzfahrtschiffe raus aus der Lagune!", lautet der Slogan der Venezianer gegen die Kreuzfahrtgiganten.

Keine großen Schiffe

Die Bürgerinitiative "No Grandi Navi" (Keine großen Schiffe) kämpft seit Jahren für eine Reduktion des Schiffsverkehrs und argumentiert mit dem Wellengang, der die Fundamente der Palazzi beschädigt. Außerdem bringe der Kreuzfahrttourismus nur geringe Einnahmen, da die Reisenden nicht in der Stadt nächtigen.

Die Regierung von Matteo Renzi will den Canale Contorta-Sant'Angelo vom südlichen Laguneneingang Malamocco nach Marghera verlängern. Damit sollen die Kreuzfahrtschiffe den modernen Passagierhafen am westlichen Rand von Venedig erreichen. (APA, 13.1.2015)

  • Die Kreuzfahrtschiffe dürfen laut jüngstem Gerichtsurteil wieder in die Lagunenstadt.
    foto: epa/andrea merola

    Die Kreuzfahrtschiffe dürfen laut jüngstem Gerichtsurteil wieder in die Lagunenstadt.

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