Gewerbe und Handwerk schwächeln massiv

13. Jänner 2015, 12:45
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2014 dürften mehr Firmen als in den vergangenen Jahren mit Verlust abschließen

Wien – Österreichs Gewerbe- und Handwerksbetriebe stecken in einem Konjunkturtief. "Unsere Prognose haben sich leider bestätigt. Den Betrieben geht es nicht gut, und die Aussichten sind auch nicht gut", sagte die Kammerobfrau der Branche, Renate Scheichelbauer-Schuster, am Dienstag bei einem Pressegespräch. Die Unternehmen brauchten dringend Impulse, um aus dieser misslichen Lage wieder herauszukommen.

Die Stimmung ist im vierten Quartal 2014 weiter von minus sieben auf minus 14 Prozentpunkte gesunken. 31 Prozent der Betriebe beurteilen die Geschäftslage im vierten Quartal mit "schlecht", nach 23 Prozent im Jahr davor, ergab eine Befragung der KMU Forschung Austria. Deutlich schlechter ist die Lage demnach im Bau, Kunststoffgewerbe, Karosseriebau und im Bereich Mechatronik. Insgesamt ist der Auftragsbestand im vierten Quartal im Jahresvergleich um rund sechs Prozent gesunken.

Eine positive Nachricht gibt es trotz Nachfragerückgangs, Umsatzeinbußen und erwarteten Verlusten: Ein größerer Personalabbau ist im Gewerbe und Handwerk nicht geplant. Im ersten Quartal 2015 wird sich der Personalstand in den Betrieben zwar verringern, es handle sich aber um "übliche saisonale Effekte", zumal viele Betriebe im Winter weniger Personal brauchten, erläuterte der Direktor der KMU Forschung Austria, Walter Bornett.

Lieber in die Verlustzone

"Bevor wir Mitarbeiter freisetzen, gehen wir lieber in die Verlustzone. Denn diese Mitarbeiter brauchen wir, wenn die Talsohle durchbrochen ist", meinte Scheichelbauer-Schuster. Mit rund 700.000 Beschäftigten ist die Sparte Handwerk und Gewerbe die größte in der Wirtschaftskammer.

Vorerst heißt es aber, die Flaute zu durchtauchen. Denn die Aussichten für das erste Quartal 2015 sind nicht rosig. Die pessimistischen Einschätzungen bezüglich der Auftrags- und Umsatzlage überwiegen, ergab eine Befragung der KMU Forschung Austria. Besonders schlecht sind die Erwartungen im Bau- und Baunebengewerbe.

2014 dürften mehr Unternehmen als je zuvor mit Verlusten abschließen, erwartet Bornett. Dadurch verringern sich auch die Eigenkapitalquoten in den Betrieben, was zu Finanzierungsproblemen führt. "Wir brauchen Impulse für mehr Wachstum und Beschäftigung", sagte Scheichelbauer-Schuster. Der Handwerkerbonus sei zwar eine gute Maßnahme, mit einer Dotierung von zehn Millionen Euro für 2014 bei einem Branchenumsatz von 78 Milliarden Euro aber viel zu gering, um die Betriebe aus der Bredouille zu bringen. Öffentliche Investitionen seien zwar versprochen worden, stockten aber momentan.

Scheichelbauer-Schuster fordert, den Handwerkerbonus zu verlängern und die Deckelung aufzuheben. Derzeit können Private bis zu 600 Euro Förderung ansuchen, wenn sie ihre Wohnung oder ihr Haus renovieren. Die Regierung hat diesen Bonus geschaffen, um Pfusch einzudämmen und heimische Betriebe zu fördern.

Neben dem Handwerkerbonus fordert die Branchenobfrau eine Neuauflage der thermischen Sanierung und die Förderung eines altersgerechten Wohnbaus. (APA, 13.1.2015)

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