Umfrage: Österreicher lieben ihre Chefs

13. Jänner 2015, 12:45
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Nur neun Prozent geben ihren Vorgesetzten miese Noten, der große Rest lobt seine Chefs. Wer den Job wechseln will, dem hat das Betriebsklima die Laune versaut

Überraschend positiv fällt die erste Erhebung des Jahres zu heimischen Arbeitnehmern und ihren Vorgesetzten aus: Mehrheitlich sind die österreichischen Arbeitnehmer mit ihrem Vorgesetzten zufrieden, so die sechste repräsentative Jobwechsler Studie des Job-Portals "Monster". "47 Prozent vergeben sogar die Bestnote für ihre Führungskraft und 44 Prozent sind einigermaßen zufrieden mit ihrem Boss", so Barbara Riedl-Wiesinger, Country Manager & Sales Director Monster Worldwide Austria GmbH. Knapp neun Prozent äußern hingegen Unzufriedenheit.

Dies entspricht genau der Anzahl, die auch Unmut über ihre aktuelle berufliche Situation äußern. Höchst zufrieden mit dem Chef sind Personen mittleren Alters, während ältere Arbeitnehmer überdurchschnittlich häufig Skepsis zeigen. (Studiensample: 1000 Befragte) Nur 14 Prozent meinen, selbst den besseren Chef abzugeben, als dies der aktuelle Vorgesetzte tut.

"Während 44 Prozent der Befragten erklären, sie selbst könnten die Arbeit ihres Chefs nicht besser verrichten", so Paul Eiselsberg vom Markt- und Meinungsforscher IMAS International. In der Analyse zeigt sich, dass Ältere und Wechselwillige überdurchschnittlich häufig der Meinung sind, selbst den besseren Chef abzugeben.

Was kann der Traum-Chef?

Für Arbeitnehmer zeichnet sich ihr aktueller Vorgesetzter durch gute Fachkenntnisse (55%) und Gerechtigkeitssinn (46%) aus. Darüber hinaus bestehen die Eigenschaften der aktuellen Führungskräfte darin, gute, klare Anleitungen zu geben (42%), sich für die Mitarbeiter einzusetzen (41%), stets sachlich zu bleiben und eine gute Übersicht zu haben (41%).

Zwei Aspekte wünschen sich Arbeitnehmern besonders von ihren Führungskräften: Gerechtigkeitssinn (74%) und den Einsatz für die Mitarbeiter (73%). Insgesamt scheint aber eine Reihe von Eigenschaften nötig zu sein, um als 'idealer' Chef zu gelten.

Verbesserungsbedarf

Werden die Eigenschaften der Vorgesetzten mit den Wunschvorstellungen der Arbeitnehmer verglichen, so ist ein besonderer Verbesserungsbedarf zu orten bei: "Einsatz für die Mitarbeiter", "Interesse am beruflichen Weiterkommen der Mitarbeiter", "gerecht sein", "gleiche Behandlung der Mitarbeiter" sowie "ein offenes Ohr für Probleme".

Knapp ein Fünftel der unselbstständig Erwerbstätigen in Österreich (19 Prozent) hat in den letzten Monaten schon einmal daran gedacht, den aktuellen Arbeitgeber zu wechseln. Für rund drei von vier Befragten war dies jedoch noch nicht der Fall. Im Vergleich zur Jobwechslerstudie 2014 ist die Anzahl der Arbeitnehmer mit Wechselgedanken um fünf Prozent zurückgegangen. Erstmals liegt die Hauptursache für einen Jobwechsel nicht im Gehalt sondern im Betriebsklima. (red, derStandard.at, 13.01.2015)

  • Über 90 Prozent finden ihre Chefs klasse. Bemerkenswert.
    foto: istock / 4774344sean

    Über 90 Prozent finden ihre Chefs klasse. Bemerkenswert.

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