Abdullah-Zentrum: Kurz wartet noch halbes Jahr zu 

13. Jänner 2015, 13:49
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Auch keine Vorentscheidung bezüglich der Zukunft des Kultusamts

Wien – Österreichs Umgang mit dem umstrittenen König-Abdullah-Dialogzentrum wird sich wohl erst in einigen Monaten klären. Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) verwies am Dienstag am Rande des Ministerrats darauf, dass die alleinige Finanzierung durch Saudi-Arabien noch bis Jahresmitte laufe. Dann werde man die Arbeit des Zentrums bewerten.

Das Abdullah-Zentrum steht seit seinem Bestehen in der Kritik, da Saudi-Arabien als Hauptgeldgeber im eigenen Land nicht auf religiösen Dialog setzt, sondern diesen sogar unterdrückt. Die Ausübung von Religionen ist dort mit Ausnahme des Islam verboten. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hatte am Montag gemeint, er könne sich durchaus vorstellen, Österreichs Unterstützung für das Zentrum zu beenden. Er spielte den Ball aber weiter an den Außenminister, auf dessen Evaluierung man noch warte.

Offen ist Aufwertung des Kultusamts

Ebenfalls noch offen ist, ob die von Kurz angepeilte Aufwertung des Kultusamts zu einer "operativen Religionsbehörde" zustande kommt. Kanzler Faymann verwies nach dem Ministerrat darauf, dass unter anderem diese Frage in den kommenden Wochen vom Außenminister mit Kanzleramtsminister Josef Ostermayer (SPÖ) erörtert werde.

Der Pressesprecher des König-Abdullah-Zentrums, Peter Kaiser, drängt unterdessen auf direkte Gespräche mit der Regierung. Seine Organisation habe mehrfach Einladungen an Regierungsvertreter gesandt, zuletzt erst am vergangenen Freitag. Diese seien aber bisher nicht angenommen worden, sagte Kaiser im Ö1-"Mittagsjournal". (APA, 13.1.2015)

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