Digitaler Stadtplan gegen das kleine Glücksspiel

12. Jänner 2015, 20:59
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Onlineplattform registriert illegale Automaten in Wien – Betreiber werden zum Datenaustausch verpflichtet

Wien – 2011 brachte die Sektion 8 der SP Alsergrund beim Parteitag der SP Wien den Antrag erfolgreich ein – und besiegelte damit das Ende des kleinen Glücksspiels. Seit 1. Jänner 2015 ist in Wien das Betreiben einarmiger Banditen außerhalb von Kasinos untersagt. Das Verbot hält die Finanzpolizei auf Trab: 79 illegale Spielautomaten wurden seit Jahresbeginn bei Schwerpunktkontrollen entdeckt. Hilfreich waren dabei laut der Behörde auch Hinweise aus der Bevölkerung.

"Die Leute sind froh, wenn sie selbst aktiv werden können", sagte auch Sektion-8-Vorsitzende Eva Maltschnig bei einer Pressekonferenz am Montag. Die Parteirebellen wollen deshalb mit einer neuen Homepage ein "Instrument der Zivilgesellschaft" schaffen und dafür sorgen, dass das Gesetz "ordentlich umgesetzt" wird. Unter www.gluecksspiel-verbieten.at können Geräte gemeldet werden, die noch immer in Betrieb sind. Das Verbot sei "gut durchzusetzen, denn ein Glücksspielautomat ist kein Drogensackerl, das man im Park dealt, sondern ein schweres Gerät", sagt Maltschnig.

Kooperation mit Finanzpolizei

Damit die Münzschlucker auch tatsächlich wegkommen, wird mit der Finanzpolizei kooperiert, die auf die erfassten Daten zugreifen kann. Derzeit sind in dem Onlinestadtplan 918 Standorte registriert – mangels offizieller Zahlen wurden Rechercheergebnisse der Plattform Dossier übernommen. Es können aber auch neue Standorte hinzugefügt werden.

Während man in Wien Spielsucht verhindern will, indem man Automaten aus der Nachbarschaft verbannt, sollen auf Bundesebene die Spielerschutzmaßnahmen – etwa Zutrittskarten für Automatensalons – verbessert werden.

Datentausch-Verpflichtung

Derzeit können in einem Salon gesperrte Spieler einfach in den nächsten wandern. Das Finanzministerium will nun Betreiber zum Datenaustausch verpflichten. Funktioniert das nicht, könnte ein staatlich geführtes Register umgesetzt werden, heißt es in einem am Montag vorgelegten Bericht. (cmi/DER STANDARD, 13.1.2015)

  • Nicht alle Betreiber halten sich an das Wiener Spielautomatenverbot. Die Sektion 8 will der Finanzpolizei helfen, illegale Geräte zu finden.
    foto: apa/hans punz

    Nicht alle Betreiber halten sich an das Wiener Spielautomatenverbot. Die Sektion 8 will der Finanzpolizei helfen, illegale Geräte zu finden.

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