Brandanschlag auf Hamburger Morgenpost: Zwei Verdächtige frei

12. Jänner 2015, 19:36
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Tatverdacht konnte nicht erhärtet werden

Hamburg – Einen Tag nach dem Brandanschlag auf die "Hamburger Morgenpost" rätseln die Ermittler in Deutschland weiterhin über die Hintergründe. Zwei kurz nach der Tat festgenommene Männer wurden wieder freigelassen. "Ein Tatverdacht konnte letztlich auch nach ersten kriminaltechnischen Untersuchungen nicht erhärtet werden", teilte eine Polizeisprecherin am Montag mit.

Die beiden 35 und 39 Jahre alten Männer waren am frühen Sonntagmorgen vor der Polizei geflohen und anschließend in einer S-Bahn am Bahnhof Altona festgenommen worden. In den Vernehmungen durch Kriminalbeamte des Staatsschutzes hätten sie bestritten, etwas mit der Brandstiftung zu tun zu haben. Nach einer erkennungsdienstlichen Behandlung seien sie entlassen worden, hieß es weiter.

Brandsatz in Archiv

Unbekannte hatten am frühen Sonntagmorgen von einem Hinterhof aus mehrere Steine und mindestens einen Brandsatz in das Archiv der Boulevardzeitung geworfen. Akten gerieten in Brand, die Feuerwehr konnte ein Ausbreiten der Flammen aber verhindern.

Die "Mopo" hatte nach dem Terroranschlag in Paris islamkritische Karikaturen des Satiremagazins "Charlie Hebdo" auf ihrer Titelseite mit der Schlagzeile nachgedruckt: "So viel Freiheit muss sein!". Daraufhin hatte sie nach eigenen Angaben Drohungen und Hass-Mails bekommen.

Die Hamburger Polizei hatte am Sonntag nicht ausgeschlossen, dass der Anschlag auf die "Mopo" im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Ereignisse in Frankreich steht. Am Montag titelte das Blatt: "Wir bleiben Mopo!"

Die kriminaltechnischen Untersuchungen dauerten am Montag noch an. DNA-Untersuchungen könnten noch einige Zeit in Anspruch nehmen, hieß es. Die Ermittler baten mögliche Zeugen erneut um Hinweise. "Es gibt keine heiße Spur", sagte die Polizeisprecherin. Auch ein Bekennerschreiben sei nicht aufgetaucht. (APA, 12.1.2015)

  • Der Verdacht gegen zwei Personen konnte nicht erhärtet werden.
    foto: reuters/bimmer

    Der Verdacht gegen zwei Personen konnte nicht erhärtet werden.

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