U-Haft-Antrag für junge Frauen, die sich IS anschließen wollten

12. Jänner 2015, 17:40
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16-Jährige und 17-Jährige wollten in Syrien IS-Kämpfer heiraten

Salzburg/Graz – Für die zwei Frauen im Alter von 16 und 17 Jahren, die sich als Ehegattinnen für IS-Kämpfer angeboten haben sollen, hat die Staatsanwaltschaft Salzburg am Montag einen Antrag auf Untersuchungshaft gestellt. Die 16-jährige Tschetschenin aus der Stadt Salzburg und die 17-jährige gebürtige Bosnierin aus Oberösterreich sind am Samstag festgenommen worden, weil sie sich der terroristischen Vereinigung "Islamischer Staat" (IS) anschließen wollten.

Bereits Ende Dezember wurden sie auf ihrem Weg nach Syrien an der Grenze zwischen Ungarn und Rumänien in einem Zug gestoppt. Die 16-Jährige aus Salzburg war zur internationalen Fahndung ausgeschrieben, weil ihre Mutter sie als abgängig gemeldet hatte. Nachdem sich bei einer Datenauswertung der Verdacht auf Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung erhärtete, wurden die zwei Frauen festgenommen. Seither befinden sich die beiden jungen Frauen in Verwahrungshaft. Montagnachmittag wurden sie in die Justizanstalt Salzburg eingeliefert.

Kontakt mit potenziellen Ehemännern

Die Jugendlichen sollen übers Internet mit IS-Kämpfern in Kontakt gestanden sein und sich als Ehefrauen angeboten haben. Erste Informationen, nach denen die 16-Jährige die 17-Jährige angeworben habe, konnten sich nicht bestätigen. Sie dürften jeweils unabhängig voneinander den Entschluss gefasst haben, nach Syrien zu reisen.

In Graz wurde am Montag unterdessen die U-Haft für drei mutmaßliche Jihadisten, die Ende November verhaftet worden waren, verlängert, darunter der Hauptverdächtige Mirsad O., der unter dem Namen Ebu Tejma als Prediger auftrat. (ruep, DER STANDARD, 13.1.2015)

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