ORF-Berichte über Sturm und Paris: Verblasen

12. Jänner 2015, 17:29
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Sturmtief Felix fegt über Europa und hinterlässt Spuren in den Liveberichten des ORF - Nur nicht unterkriegen lassen

In Bad Kleinkirchheim lagen die Häuschen der Kommentatoren am Boden. Nur einen Tag später standen sie wieder in Reih' und Glied - aufrecht, unerschütterlich und bereit, jeder Böe zu trotzen. Dass es nur sehr kurz aus ihnen heraus kommentierte, soll die Leistung der tapferen Ersthelfer nicht schmälern.

Am Kulm war die Laune durchwegs blendend. Die Kommentatorenhäuschen hielten stand, und man durfte in den Seitenblicken über anwesende Prominenz staunen, die wortreich ihrer Begeisterung Ausdruck verlieh, die sie befällt, "wenn diese kleinen, zarten Körper zu fliegen beginnen" (Erwin Steinhauer). Und selbst als der Wettbewerb am Sonntag dem grausigen Wind zum Opfer fiel, hielten letzte Zuschauer tapfer mit wehenden Fahnen auf den Tribünen durch.

Gleiche Beharrlichkeit hätte man sich auch bei der Berichterstattung über die Gedenkveranstaltungen zu den Attacken in Frankreich gewünscht. Grundsätzlich wurde am Sonntag schnell und richtig reagiert, indem vom Ballhausplatz zur Gänze übertragen wurde. Dass die beeindruckende Kundgebung in Paris allerdings auf ORF 3 verfrachtet wurde und sich der nachrichtliche Hauptkanal ORF 2 auf kurze Zuschaltungen beschränkte, kann hingegen nur als mangelndes journalistisches Geschick interpretiert werden.

Dabei hätte sich Moderatorin Eva Twaroch mehr verdient, die seit Tagen professionell und ganz ohne Pathos aus Paris berichtet. Der Wind konnte ihr übrigens auch nichts anhaben: Zerzauste er das Haar, strich sie es einfach wieder weg. Nur nicht unterkriegen lassen. (Doris Priesching, DER STANDARD, 13.1.2015)

  • Eva Twaroch, hier ein Bild aus der ZiB1 vom Sonntag, berichtete professionell und ganz ohne Pathos aus Paris.
    foto: screenshot/orf tvthek

    Eva Twaroch, hier ein Bild aus der ZiB1 vom Sonntag, berichtete professionell und ganz ohne Pathos aus Paris.

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