Wiener Neustadt: Wirbel um Posting von SP-Bezirksfunktionär

12. Jänner 2015, 17:16
53 Postings

Geschäftsführer der Bezirks-SPÖ, Reinhard Kadlec, wird von Polit-Konkurrenz wegen Posting zu Attentat auf "Charlie Hebdo" zum Rücktritt aufgefordert

Wiener Neustadt - In Zeiten des Gemeinderatswahlkampfes kann es emotional werden. Offenbar auch, wenn es gar nicht um Kommunalpolitisches geht. Reinhard Kadlec, Geschäftsführer der Wiener Neustädter Bezirks-SP, begründet ein von ihm verfasstes Facebook-Posting - das aufseiten der Konkurrenz Rücktrittsforderungen auslöste - eben damit, dass "Emotionen" mit ihm "durchgegangen" seien.

Kadlec schrieb, nichts rechtfertige das Attentat auf "Charlie Hebdo", "aber ein Pariser Schundblatt, welches seit Jahren mit Karikaturen der übelsten Sorte über Mohammed und den Islam die mit 2,2 Milliarden Gläubigen zweitgrößte Religion der Welt jahrelang verhöhnt und aufs Tiefste beleidigt, sollte wissen, was es tut". Das habe mit Pressefreiheit nichts zu tun; "wenn man den Teufel jahrelang ruft", komme er irgendwann.

Kadlec hat das Posting gelöscht und sagt im STANDARD-Gespräch, er stehe inhaltlich dazu, entschuldige sich aber für die Wortwahl. Evamaria Sluka-Grabner von der Liste Soziales Neustadt (einst SP-Gemeinderätin) fordert angesichts der "menschenverachtenden" Äußerungen Kadlec‘ Rücktritt sowie eine Entschuldigung von Bürgermeister Bernhard Müller (SPÖ). Letzerer mahnte via "Niederösterreichische Nachrichten" zu vorsichtiger Wortwahl auf Facebook. Ein Sprecher sagte, ein Rücktritt stehe nicht im Raum.

In Wiener Neustadt kämpfen zehn Gruppierungen um Stimmen - so viele wie in keiner anderen der 570 Gemeinden, in denen am 25. Jänner gewählt wird. (spri, DER Standard, 13.1.2015)

Share if you care.