ÖVI sieht Ende des "Hypes" am Wohnungsmarkt

12. Jänner 2015, 16:36
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Gebrauchte Wiener Eigentumswohnungen wurden von 2010 auf 2014 um 60 Prozent teurer - Fehlendes Bauland wird langsam zum Problem

"Auf hohem Niveau stagnierende Preise" auf dem heimischen Wohnungsmarkt konstatiert man beim Österreichischen Verband der Immobilienwirtschaft (ÖVI). Zu signifikanten Preisrückgängen werde es aber eher nicht kommen, sagte Maklersprecherin Sandra Bauernfeind am Montag auf einer Pressekonferenz in Wien.

60 Prozent in vier Jahren

Von 2010 auf 2014 stiegen die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen in Wien um fast 60 Prozent, jene für neu errichtete um 25 Prozent, berichtete ÖVI-Vorstand Andreas Wollein. Die Mieten hätten aber mit den Kaufpreisen nicht Schritt gehalten. Nun werde vor einem Kauf wieder viel eingehender geprüft, weshalb sich die Vermarktungszeiträume neuer Projekte verlängert hätten. Auch in Salzburg und Innsbruck habe die Dynamik nachgelassen.

In Wien seien die Bezirke Simmering (11.), Favoriten (10.), Floridsdorf (21.) und Rudolfsheim-Fünfhaus (15.) aktuell noch die preisgünstigsten mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von unter 3000 Euro (Angebotspreis). Am anderen Ende der Fahnenstange ist natürlich der 1. Bezirk mit 7.000 Euro, gefolgt von Döbling (19.) mit 5.500 und dem Alsergrund (9.) mit 4.400 Euro.

Weniger Käufer aus dem Osten

In Wiens Innenstadt seien die "Käufer aus dem Osten" in den letzten Monaten und im Vorjahr ausgeblieben - wegen der Ukraine-Krise, so Wollein. Diese früher als Dritt- oder Viertwohnsitz begehrten Einheiten seien oft hunderte Quadratmeter groß, gab EHL-Maklerin Bauernfeind zu bedenken: Die Nachfrage nach Kleinwohnungen im 1. Bezirk sei dagegen weiter vorhanden.

Kreditklemme herrsche keine, so Wollein: "Die Banken prüfen bei Wohnungskauf-Finanzierungen zwar länger, kämpfen mit einem höheren bürokratischen Aufwand. Wir erkennen aber nicht, dass die Banken 'zudrehen'. Es werden weiterhin Kredite an Bauwerber vergeben."

Studie zum Wohnungsmarkt

Bauträgersprecher Klaus Wolfinger machte auf das Problem fehlenden Baulands aufmerksam, das insbesondere in der Stadt Salzburg beachtlich sei, und plädierte für eine aktive Bodenpolitik, "die die Preise nicht weiter anheizt. Das Instrumentarium dafür ist vorhanden."

In Sachen Mietrecht will der ÖVI über den SP-Vorschlag eines "Universalmietrechts" (mit 5,50 Euro "Basismiete" pro Quadratmeter) nicht einmal diskutieren. Dieser sei angesichts eines sehr großen Anteils an geregelten Mieten "fernab jeglicher Realität", so Geschäftsführer Anton Holzapfel. Kommende Woche will der ÖVI eine neue Studie zum Wohnungsmarkt vorstellen. (mapu, derStandard.at, 12.1.2015)

  • Die Nachfrage nach Wohnungen im obersten Segment ließ in den letzten Monaten in Wiens Innenstadt nach - auch deshalb, weil die "Käufer aus dem Osten" zuletzt ausblieben.
    foto: apa/hochmuth

    Die Nachfrage nach Wohnungen im obersten Segment ließ in den letzten Monaten in Wiens Innenstadt nach - auch deshalb, weil die "Käufer aus dem Osten" zuletzt ausblieben.

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