Katholische Verbände mobilisieren gegen Novelle zur Fortpflanzungsmedizin

12. Jänner 2015, 11:31
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Plattform fordert erneute Diskussion über Liberalisierung

Wien - Katholische Organisationen haben eine Plattform gegen die Liberalisierung der Fortpflanzungsmedizin gegründet. Auf einer Webseite fordern sie eine erneute Diskussion über das Gesetz, dass am 21. Jänner im Parlament beschlossen werden soll.

Die von Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) und Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) ausverhandelte Reform des Fortpflanzungsmedizingesetzes geht weit über den VfGH-Auftrag, lesbischen Paaren die Samenspende zu erlauben, hinaus. Er erlaubt bei In-vitro-Fertilisationen in Zukunft auch Eizellenspenden (statt bisher nur Samenspenden) sowie die Samenspende Dritter und auf bestimmte Fälle beschränkt Präimplantationsdiagnostik.

Gesetz nicht "durchpeitschen"

Auf ihrer Webseite fordern die Aktion Leben Österreich, die Katholische Aktion Österreich , der Katholische Familienverband Österreich, die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände und die Ordensgemeinschaften Österreichs eine Analyse der Folgen des Gesetzes für alle Betroffenen und eine Diskussion mit allen Beteiligten unter der Einbindung von Experten.

Das neue Gesetz dürfe nicht "durchgepeitscht" werden, sondern müsse "ethischen und wissenschaftlichen Anliegen gerecht werden und dürfe nicht von ökonomischen und parteipolitischen Interessen bestimmt sein", heißt es in einer Aussendung der Plattform.

Im Gesundheitsausschuss des Parlaments hatten im Dezember die FPÖ, das Team Stronach, Teile der ÖVP sowie die Grünen gegen das Gesetz gestimmt. Die Grünen fordern, dass künstliche Befruchtung auch für alleinerziehende Mütter möglich wird. (red, derStandard.at, 12.1.2015)

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