Apple zwingt iOS-Entwicklern Kopierschutz auf

12. Jänner 2015, 10:37
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App der Electronic Frontier Foundation erscheint wegen DRM-Zwang nicht – Petition gestartet

Die Electronic Frontier Foundation (EFF) gehört zu den umtriebigsten Vertretern von Bürgerrechten im Internet. Dort beschäftigt man sich etwa mit Sicherheitsthemen, den Auswirkungen von Überwachung, Copyright oder Online-Mobbing.

Die eigenen Inhalte und Aufrufe verbreitet die NGO auch auf mobilen Plattformen per App. Auch Nutzer von Apples iPhones und iPads sollten Zugang zu dieser bekommen. Doch beim Versuch, sie auf iTunes zu veröffentlichen, ist nun ein Konflikt zwischen EFF und Apple aufgrund der dort gültigen Entwicklerrichtlinien entbrannt.

Clinch mit Apple

Die EFF gilt als Gegner von Kopierschutzsystemen und spricht sich seit je her gegen DRM aus, da dieses nach Ansicht der Organisation die Rechte der Kunden beschneidet. Genau an diesem Punkt scheiden sich mit Apple die Geister, denn der Elektronikriese aus Cupertino verpflichtet Entwickler in seinen Richtlinien zur Implementation eines Kopierschutzsystems.

Dies lehnt die EFF kategorisch ab und hat eine Petition initiiert. Die "empörenden Bedingungen (…) untergraben die Rechte der Entwickler und die Sicherheit der Nutzer", heißt es dort. Man fordert, dass diese Regeln geändert werden, auch weil man auf diesem Wege freie Software mit DRM ausstatten müsste.

EFF sieht Untergrabung von freier Meinungsäußerung

Nach Ansicht der EFF verbieten die Entwicklerrichtlinien den Entwicklern über selbige zu sprechen. Kritisiert wird auch, dass nicht einmal Entwickler Jailbreaks durchführen dürften und Apple außerdem selbst Sicherheitsupdates für Apps erst genehmigen muss, was aufgrund der dadurch entstehenden Verzögerungen ein Risiko für die User bedeute.

Nicht begeistert ist man auch davon, dass sich Apple das Recht nimmt, Apps nach eigenem Ermessen zurückzuziehen und auch von den Handys und Tablets der User zu entfernen. Mit seinen Richtlinien würde der Konzern auf freier Meinungsäußerung und Innovation "herumtrampeln".

Am 12. Januar hat die EFF ihre Petition gegen das Developer Agreement online gestellt. Bis jetzt haben sich etwas über 900 Unterstützer gefunden. (gpi, derStandard.at, 12.01.2015)

  • Solange iTunes-Apps zwingend mit DRM ausgestattet werden müssen, verzichtet die EFF auf die Veröffentlichung eigener Software in Apples Store.
    foto: ap

    Solange iTunes-Apps zwingend mit DRM ausgestattet werden müssen, verzichtet die EFF auf die Veröffentlichung eigener Software in Apples Store.

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