Piraterie: US-Filmverband will gegen Hosting-Firmen vorgehen

12. Jänner 2015, 09:44
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Klagen gegen europäische Unternehmen geplant - Filehoster und Serverbetreiber im Visier

Im Kampf gegen Filmpiraterie will der Verband der US-Filmindustrie (MPAA) neue Maßnahmen ergreifen. Das geht aus einer geleakten E-Mail hervor, die ein MPAA-Vertreter an hiochrangige Manager der Studios versandt hatte. Das geplante Vorgehen richtet sich vor allem gegen europäische Hosting-Unternehmen.

Im Visier hat der Verband sowohl Filehoster ("Cyberlocker") als auch Serveranbieter. Langfristig will man offenbar das eigene Online-Angebot ausbauen und stärker bewerben, kurzfristig kündigt sich jedoch Arbeit für die Gerichte an, wie Torrentfreak berichtet.

Leaseweb als Ziel genannt

Zuerst will man eine Unterscheidung zwischen "legitimen" und "illegalen" Filehostern treffen und öffentliche Aufmerksamkeit auf das Problem lenken. Danach will man rechtlich gegen die als unrechtmäßig eingestuften Anbieter in Großbritannien, Deutschland und Kanada vorgehen. Auch wichtige Serveranbieter in den Niederlanden sollen belangt werden, wobei konkret Leaseweb als Ziel genannt wird. Dort ist man sich keiner Schuld bewusst.

In den USA will man verdächtige Anbieter vorerst nur kontaktieren, da hier nach eigener Einschätzung bereits genug Präzedenzfälle existieren. Gegen jene, die sich den Aufforderungen widersetzen, behält man sich rechtliche Schritte vor.

Politischer Druck

Auch auf politischer Ebene will man aktiv werden. Provider, die mutmaßlich hohe Einnahmen durch Piraterie-Seiten erzielen, sollen unter Druck gesetzt werden. Die MPAA will ihnen Geldwäsche und Beihilfe zur Urheberrechtsverletzung vorwerfen.

Allerdings ist man sich auch bei der MPAA nicht hundertprozentig sicher, ob die eigene Strategie – zumindest in den USA – greifen wird. Man fürchtet, dass die Regierung der eigenen Meinung nicht all zu enthusiastisch folgen wird, zumal man schon im Verfahren rund um Megaupload auf Schwierigkeiten gestoßen war.

Inwieweit man zur Umsetzung schreitet wird auch davon abhängig sein, wieviel Geld die Filmstudios zur Realisierung der Strategie beisteuern wollen. (gpi, derStandard.at, 12.01.2015)

  • Der demokratische Abgeordnete und Anwalt Chris Dodd lenkt seit 2011 die Geschicke des US-Filmindustrieverbands MPAA.
    foto: mpaa

    Der demokratische Abgeordnete und Anwalt Chris Dodd lenkt seit 2011 die Geschicke des US-Filmindustrieverbands MPAA.

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