Niederösterreich: Wiener Neustadt als "Battleground"

11. Jänner 2015, 18:57
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Die Hotspots der Gemeinderatswahlen in Niederösterreich liegen im Süden des Bundeslandes

Wiener Neustadt/Baden - Wenn am 25. Jänner in 570 der 573 niederösterreichischen Gemeinden gewählt wird, liegen "Hotspots" vor allem im Süden des Landes. In Wiener Neustadt will die Volkspartei die absolute Mehrheit der SPÖ knacken, in Baden gibt der ÖVP-Altbürgermeister sein Polit-Comeback - und tritt für eine Bürgerliste an. Spannend könnte es zudem - Stichwort Multiversum - in Schwechat werden.

Wiener Neustadt ist nicht nur die größte Stadt, in der in zwei Wochen gewählt wird, sondern auch als "Battleground" tituliert. Die SPÖ mit ihrem im zehnten Jahr amtierenden Bürgermeister Bernhard Müller verteidigt 48,4 Prozent und die absolute Mehrheit an Mandaten (21 von 40). Die ÖVP setzt mit Klaus Schneeberger, Klubobmann im NÖ Landtag, auf ein Schwergewicht aus der Landespolitik. Der Spitzenkandidat will den "Neustart für Neustadt", der nur gelingen könne, wenn die SPÖ die Mehrheit - die sie seit 70 Jahren hat - verliere.

Brisante Wahl in Baden

Durchaus brisant ist im seit 2010 schwarz-grün regierten Baden das Antreten von August Breininger, von 1988 bis 2007 ÖVP-Bürgermeister, als nunmehriger Spitzenkandidat der Bürgerliste Jowi Trenner. Volkspartei (18) und Grüne (5) halten aktuell 23 der 41 Mandate im Gemeinderat. Die Bürgerliste hat sieben Sitze. Breiningers Mitgliedschaft in der ÖVP ist laut Statut "durch Beitritt zu einer anderen Wahlpartei" ruhend gestellt.

Interessant verspricht auch zu werden, wie sich die Turbulenzen um das Veranstaltungszentrum Multiversum auf das Wahlergebnis in Schwechat auswirken werden. Die SPÖ - seit mehr als einem Jahr unter neuer Führung - verteidigt 58,4 Prozent der Stimmen oder 23 der 37 Sitze im Rathaus. Schwechat war 2010 übrigens die Stadt mit der geringsten Wahlbeteiligung (nur knapp über 53 Prozent).

Bei den Kommunalwahlen vor fünf Jahren hatte die ÖVP landesweit 51,5 Prozent der Stimmen (6.473 Mandate) erreicht, die SPÖ 33,8 Prozent (3.731). Auf die FPÖ waren knapp sechs Prozent (478 Mandate) entfallen, auf die Grünen 3,4 Prozent (210). Sonstige Listen vereinten 5,3 Prozent oder 507 Sitze in Gemeindestuben auf sich.

Am 25. Jänner bewerben sich 1.844 Listen um 11.725 Mandate. 1,519.491 Menschen (786.087 Frauen und 733.404 Männer) sind stimmberechtigt. Nur die ÖVP tritt in allen 570 Gemeinden an. (APA, 11.1.2015)

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