ÖIAG-Reform: Kleinster Nenner

Kommentar11. Jänner 2015, 18:54
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Es wäre keine große Überraschung, wenn das Beteiligungsportfolio bleibt, wie es ist

Es war ein turbulentes Jahr für die ÖIAG. Auf den Kniefall der Staatsholding vor dem neuen mexikanischen "Partner" bei der Telekom Austria folgte Chaos bei der OMV, das Konzernchef Gerhard Roiss und ÖIAG-Vorstand Rudolf Kemler den Job kosten wird. Das machte klar: Die Holding muss reformiert werden. Neben dem sich selbst erneuernden Freundesrat als Kontrollgremium der ÖIAG stand auch eine Ausdehnung des Beteiligungsportfolios um Staatsbetriebe wie ÖBB, Asfinag oder Verbund auf dem Programm.

Daraus wird nun nichts. Wer will denn schon einen Großbetrieb und entsprechenden Einfluss aus der Hand geben? Da war dann auch Reinhold Mitterlehner der Verbund näher als die Partei. Die Bahngewerkschaft hatte ohnehin schon lange lautstark artikuliert, dass über einen Verbleib der ÖBB im Verkehrsministerium die Eisenbahn fährt. Somit wäre es keine große Überraschung, wenn das Beteiligungsportfolio bleibt, wie es ist. Trotz der unschönen Beweggründe vermochte auch niemand so recht, die Synergien zwischen einer ÖBB und einer OMV aufzuzeigen.

Noch etwas gestritten wird über die Struktur der ÖIAG neu, die Gefahr der Repolitisierung macht die Runde. Doch die Verantwortung der Regierung wiederherzustellen, ohne ihr Einfluss zu gewähren, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Von dem her muss der jetzt gefundene kleinste gemeinsame Nenner gar nicht der schlechteste sein. (Andreas Schnauder, DER STANDARD, 12.1.2015)

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