Petrus macht Conwert die Hölle heiß

11. Jänner 2015, 19:00
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Conwert werden hohe Kosetn und Leerstände vorgeworfen. Die Immobiliengruppe droht Petrus mit Klagen

Wien - Petrus Advisers mausert sich langsam zum Börsenschreck. Bereits im November richtete sich die vom Investmentbanker Klaus Umek geführte Gruppe via Zeitungsinserate an den australischen Fonds IFM, um ihm ein höheres Übernahmeangebot für Flughafenanteile abzutrotzen. Jetzt hat Petrus Conwert im Visier. Am Wochenende wurde die Immobiliengruppe - wieder im Wege von Inseraten (auch im Standard) - attackiert.

Die Vorwürfe im Kern: Conwert verzeichne Umsatzeinbußen, verkaufe Ost-Immobilien nach Abwertung auf den Buchwert, bewerte österreichische und deutsche Häuser um fast 300 Mio. Euro zu niedrig, verursache mit den Parallel-Börselistings von Eco Business und Kommunale Wohnen AG unnötig hohe Kosten und zahle immense Zinsen auf Anleihen. Und direkt an die Adresse von Vorstandschef Clemens Schneider: "Ihr Chaos schreckt Investoren ab." Umek will wissen, "wie unser Geld möglichst unbeschadet ausgezahlt wird oder wie Sie die Aufgaben in fähigere Hände übergeben werden".

Retourkutsche

Das lässt Schneider nicht auf sich sitzen. Er reagiert mit einem Schreiben an Petrus Advisers, in dem Conwert die Vorwürfe zurückweist und Petrus mit rechtlichen Schritten droht. Immerhin, so meinen Kenner, grenzten Anschuldigungen unrichtiger Immobilienbewertung an den Vorwurf der Bilanzfälschung. Was den Vorstand besonders irritiert ist die Kritik von Petrus an Vorgängen, die zwischen 2010 und 2012 eingeleitet worden sind, als der in Großbritannien ansässige Investor einflussreichster Aktionär der Immobiliengruppe war. Das gelte insbesondere für den Erwerb der Eco Business und die Begebung der kritisierten Anleihe.

Trennung von Haselsteiner

Hintergrund: Petrus war einst Großaktionär bei Conwert, weil die Gruppe die von Hans Peter Haselsteiner gehaltenen Anteile gebündelt hatte. Nach gröberen Differenzen mit Umek hält der pensionierte Baulöwe sein Paket (24,4 Prozent) über seine Stiftung, Petrus verlor massiv an Einfluss. Zentrale inhaltliche Argumente von Conwert: Die Börsenentwicklung sei deutlich besser als jene anderer österreichischer Immos, Vermietungserlöse stiegen, Leerstände sanken, die Bewertung sei korrekt. Delistings von Eco und KWG seien langfristig möglich, aber kurzfristig kostspielig. Die von Petrus geforderten Maßnahmen würden "bis zu 436 Mio. Euro an Liquidität erfordern". (as, DER STANDARD, 12.1.2015)

  • Conwert-Chef Schneider wehrt sich gegen Petrus-Vorwürfe.
    foto: apa

    Conwert-Chef Schneider wehrt sich gegen Petrus-Vorwürfe.

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