Schauspielerin Anita Ekberg 83-jährig in Rom gestorben

11. Jänner 2015, 12:16
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Unvergessliche Badeszene im Trevi-Brunnen in Fellinis "La Dolce Vita"

Rom - Ein Bad, das Filmgeschichte geschrieben hat: Anita Ekbergs nächtliche Räkelei im römischen Trevi-Brunnen verwandelte 1959 ihren Filmpartner Marcello Mastroianni in einen ungläubig staunenden Anbeter und machte die Schwedin selbst für immer zur Italienerin. "La Dolce Vita" mit dem Trevi-Bad blieb einsamer Höhepunkt in der Filmkarriere Ekbergs, die am Sonntag in einem Spital bei Rom 83-jährig starb.

Ekberg wurde am 29. September 1931 als Kerstin Anita Marianne Ekberg im südschwedischen Malmö als sechstes von acht Kindern eines Hafenarbeiters geboren. Daheim gewann die Schwedin Schönheitswettbewerbe wie "Miss Hipp" und "Fröken Sverige" (Fräulein Schweden) und versuchte sich Anfang der 1950-er Jahre ohne größere Erfolge in Hollywood. Besser lief es dann als blonder und kurvenreicher Ersatz für Marylin Monroe bei einer Alaska-Tournee des Komikers Bob Hope. Sie wurde als "schwedischer Eisberg" vermarktet und erhielt 1955 für ihre Rolle in "Der gelbe Strom" von Regisseur William Wellmann den Golden Globe für die beste Nachwuchsdarstellerin. Einen weiteren Erfolg feierte sie 1956 mit "Krieg und Frieden".

1958 folgte dann der erste Film in Italien, wo hochgewachsene blonde Frauen die Männerwelt noch mehr in Aufregung versetzten als anderswo. Ein Jahr später wurde "La Dolce Vita" mit dem Trevi-Bad der Höhepunkt in Ekbergs Filmkarriere. Die Dreharbeiten blieben ihr in guter Erinnerung, wie sie einmal in einem Interview sagte: "Es war schön, als ich bei 40 Grad nachts in die Fontana di Trevi stieg." Für sie war es "kein großer Film, er lebte nur durch diese außerordentliche Szene", sagte sie dem "Corriere della Sera", und weiter: "Es gab nur mich und Marcello. In Wahrheit - mehr mich als ihn. Ich war sehr schön. Das weiß ich."

Danach kamen zahlreiche Rollen von wechselhafter Qualität, bis hin zu einem Comeback mit Fellini in dessen "Intervista" 1986. Mit den öffentlich ausgebreiteten Beziehungen zu vorzugsweise prominenten Männern bediente Ekberg das Klischee vom wilden Sexstar.

Ekberg blieb nach dem Riesenerfolg in Federico Fellinis Film in Rom. Auch wenn Ekberg als Verkörperung des "Dolce Vita" galt - ihre letzten Jahre waren alles andere als süß. Die Schauspielerin lebte in Armut und musste Künstlerstiftungen um finanzielle Hilfe gebeten. Vor einigen Jahren war die Wohnung der Schauspielerin in Rom bei einem Brand beschädigt worden, zudem wurden ihr Möbel und Juwelen gestohlen. Daraufhin hatte sie sich in ein Altersheim in die Nähe von Rom zurückgezogen.

Sie litt an den Folgen eines Oberschenkelbruchs und musste im Rollstuhl sitzen. Die Schauspielerin fand ihre letzten Jahre eintönig. "Die Tage sind endlos lang. Das Fernsehen gefällt mir nicht, es ist monoton", sagte Ekberg.

Einsamkeit plagte die Diva nicht. Sie habe weder einen Mann noch Kinder, bedauere aber nichts, sagte sie. Sie habe das Leben in vollen Zügen genossen: "Ich habe gewonnen und verloren. Ich habe geliebt, geweint und war verrückt vor Glück." (APA, 11.1.2015)

  • Anita Ekberg wurde 83 Jahre alt.
    foto: epa/britta pedersen

    Anita Ekberg wurde 83 Jahre alt.

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