Russen kaufen in Bayern mehr Hopfen und Bier

11. Jänner 2015, 12:07
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Bayerns Landwirtschaft erzielt Exportrekord: Statt Milch und Käse kaufte Russland mehr Hopfen, Bier und Backwaren

München/Wien - Ungeachtet der russischen Handelssanktionen gegen die EU haben Bayerns Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie 2014 einen Exportrekord erreicht. Ersten Schätzungen zufolge lag der Wert der Ausfuhren bei fast 8,8 Mrd. Euro und damit um 3,3 Prozent über dem bisherigen Spitzenjahr 2013. Das erklärte Landwirtschaftsminister Helmut Brunner am Sonntag vor Beginn der Grünen Woche in Berlin.

Im Zuge der Ukraine-Krise hatte die russische Regierung ein Embargo für eine Reihe westlicher Produkte verhängt - darunter Milch, Fleisch, Gemüse und Obst. Dennoch nahmen die russischen Importe bayerischer Lebensmittel kaum ab: Statt Milch und Käse kaufte Russland mehr Hopfen, Bier und Backwaren aus Bayern.

Für den Exportrekord verantwortlich sind boomende Ausfuhren nach China (plus 27 Prozent), England (plus 25), Schweden (plus zehn) und Belgien (plus zwölf Prozent). In China haben Lebensmittelskandale den Ruf der einheimischen Erzeugnisse so beschädigt, dass viele wohlhabende Chinesen lieber ausländische Produkte kaufen. Minister Brunner wertet die boomende Nachfrage als Beleg für die Qualität und Vielfalt bayerischer Lebensmittel. Ein Siebentel der deutschen Agrarexporte stammt aus Bayern.

Exportschlager aus dem Freistaat war auch 2014 wieder Käse mit einem Ausfuhrwert von rund 1,7 Mrd. Euro. Es folgten Milch und Milcherzeugnisse (1,3 Mrd.) sowie Fleisch und Fleischwaren (1 Mrd.). Wichtigste Märkte sind Italien, Österreich und die Niederlande. Mit Agrarerzeugnissen von knapp elf Milliarden Euro gehört Bayern laut Ministerium zu den wichtigsten Nahrungsproduzenten in Europa. Gut ein Viertel der in Deutschland produzierten Milch und des Rindfleischs und zwei Fünftel des Käses stammen von bayerischen Bauern.

In Österreich ist die Exportsteigerung bei Agrarprodukten und Lebensmitteln im Sinken, befürchteten Agramarkt Austria (AMA) und der Fachverband der Lebensmittelindustrie zuletzt. Im ersten Halbjahr stiegen die Agrarausfuhren nur mehr um 1,8 Prozent auf 4,8 Mrd. Euro. Nach Russland sanken sie um 14 Prozent auf 99 Mio. Euro. Die heimischen Fleischexporte nach Russland brachen sogar um ein Drittel auf 11,2 Mio. Euro ein. Gehofft wird nun auf verstärkte Schweinefleischausfuhren nach China, die inzwischen möglich wurden. (APA, 11.1.2015)

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