Ex-Dresdner-Chef wird deutscher Bankensanierer

11. Jänner 2015, 11:38
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War 2014 Kurzzeit-Aufsichtsratschef der Hypo Alpe Adria

Frankfurt - Ex-Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter wacht bald über deutsche Rettungsmilliarden für Krisenbanken. Kommenden Donnerstag tritt der 61-Jährige sein Amt als Chef des deutschen Bankenrettungsfonds Soffin in Frankfurt an - unweit seiner einstigen Wirkungsstätte, der inzwischen von der Commerzbank geschluckten Dresdner Bank.

Walter, der als Aufsichtsratschef der Hypo Alpe Adria im vergangenen Oktober vor deren Zerschlagung nach wenigen Monaten wieder zurückgetreten war, ist bei der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) Nachfolger von Christopher Pleister. Dieser gab den Posten auf eigenen Wunsch Ende 2014 ab.

Mit schwierigen Verhältnissen bei Finanzinstituten kennt Walter sich aus: In der Finanzkrise häufte die von ihm geführte Dresdner Bank einen Milliardenverlust nach dem anderen an. Im Herbst 2008 übernahm die Commerzbank die kriselnde Tochter des Münchner Versicherungskonzerns Allianz - und musste in der Folge selbst mit staatlichen Rettungsmilliarden gestützt werden.

Zur Hochzeit der Krise hatte der Finanzmarktstabilisierungsfonds (Soffin) 29,4 Mrd. Euro Kapitalhilfen ausgereicht. Zusätzlich gewährte der Fonds, der kurz nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008 aufgelegt worden war, 168 Mrd. Euro an Garantien.

Ende vergangenen Jahres summierten sich die aus Steuergeldern finanzierten Hilfen auf rund 16,8 Milliarden Euro. Auf der Liste der Kapitalempfänger stehen noch drei Institute: Hypo Real Estate (rund 9,8 Mrd. Euro), Commerzbank (rund 5,1 Mrd. Euro) und die WestLB-Nachfolgerin Portigon (2,0 Mrd. Euro).

Der Einsatz des Soffin wurde bis Ende 2015 verlängert, damit es bis zum Start des europäischen Abwicklungsfonds Anfang 2016 weiterhin ein nationales Sicherheitsnetz gibt.

Walter war nach der Dresdner-Übernahme zunächst als Marketing-Vorstand der neuen Commerzbank vorgesehen. Doch im Dezember 2008 erklärte er seinen Rückzug. Seither war der leidenschaftliche Radfahrer und Vater von drei Kindern als Berater am Finanzplatz Frankfurt unterwegs und schrieb als Kolumnist für "Handelsblatt Online". (APA, 11.1.2015)

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