Staatsschutz ermittelt nach Brandanschlag auf "Hamburger Morgenpost"

11. Jänner 2015, 16:46
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Polizei: Verbindung zu Abdruck von Mohammed-Karrikaturen unklar - Zwei Verdächtige festgenommen

Berlin - Vier Tage nach dem Anschlag auf die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" ist auf das Verlagshaus der "Hamburger Morgenpost" ein Brandanschlag verübt worden. Unbekannte Täter hätten in der Nacht zu Sonntag mehrere Steine und einen Brandsatz in den Keller des Gebäudes geworfen, teilte eine Polizei-Sprecherin mit. Verletzt wurde niemand. Nach den unbekannten Tätern werde gefahndet. Zwei Verdächtige waren schon in der Nacht festgenommen worden. Die Ermittlungen hat der Staatsschutz des Landeskriminalamts übernommen.

Die "Hamburger Morgenpost" hatte am Tag nach dem Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris, bei dem zwölf Menschen starben, Karikaturen des Satireblatts über den islamischen Propheten Mohammed gedruckt - mit der Überschrift: "So viel Freiheit muss sein." Allerdings ist unklar, ob ein Zusammenhang zu den Karikaturen besteht- Es habe sich noch niemand zu der Tat bekannt, sagte Polizei-Sprecherin Karina Sadowsky.

Die Täter warfen die Steine und mindestens einen Brandsatz vom Innenhof durch die Fenster des Kellerraums. Mehrere Akten gerieten dabei in Brand. Die Feuerwehr konnte ein Ausbreiten des Feuers auf weitere Räume verhindern.

Noch in der Nacht wurden ein 35- und ein 39-jähriger Mann vorübergehend festgenommen. Beide wurden am Sonntag noch verhört. Nach Angaben der Polizei steht nicht fest, ob sie mit der Brandstiftung zu tun hatten. Die Bevölkerung wurde um Hinweise zu den Tätern gebeten.

Die Attentäter von Paris hatten nach ihrer Tat gerufen, sie hätten den Propheten gerächt. "Charlie Hebdo" hatte mit seinen satirischen Veröffentlichungen zu politischen und religiösen Führern mehrfach kontroverse Debatten ausgelöst. Die Wochenzeitung hat mehrfach Drohungen von Islamisten erhalten. 2011 wurde die Redaktion durch einen Brandanschlag zerstört. Nach den Ereignissen in Frankreich haben Sicherheitsbehörden auch in Deutschland zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen. (Reuters, 11.1.2015)

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