Brasilien: Proteste gegen Fahrpreiserhöhungen

10. Jänner 2015, 15:13
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Im Sommer 2013 hatten sich landesweite Massenproteste an Fahrpreiserhöhungen entzündet

Rio de Janeiro - Etwa eineinhalb Jahre nach massiven Sozialprotesten haben in Brasilien wieder tausende Menschen gegen neue Fahrpreiserhöhungen im öffentlichen Nahverkehr protestiert. Zahlreiche Menschen, unter ihnen auch maskierte Anhänger anarchistischer Gruppen, gingen am Freitag nach Polizeiangaben in der Metropole Rio de Janeiro auf die Straße. Protestiert wurde auch in Sao Paulo.

In Sao Paulo kam es bei den Protesten zu Ausschreitungen. Fernsehbildern zufolge setzte die Polizei Tränengas gegen eine Gruppe vermummter Demonstranten ein. Randalierer warfen Schaufensterscheiben ein, demolierten eine Bankfiliale und zündeten einen Bus an. Die Polizei setzte dort auch Gummigeschosse ein. Rund 30 Personen wurden nach lokalen Medienangaben am Freitagabend (Ortszeit) festgenommen. Über Verletzte gab es zunächst keine offiziellen Angaben.

Die Tarife für die Bustickets waren diese Woche in Sao Paulo um 50 Centavos (rund 16 Euro-Cents) auf 3,50 Reais erhöht worden. Nach Polizeiangaben nahmen rund 5.000 Demonstranten an den Protesten teil. Die Veranstalter sprachen dagegen von bis zu 30.000 Teilnehmern.

Die Preise für Bustickets waren in Rio zuletzt am vergangenen Wochenende um rund 13 Prozent gestiegen. Im Jahr 2013 hatten sich Demonstrationen gegen Fahrpreiserhöhungen zu landesweiten Massenprotesten gegen soziale Missstände ausgeweitet. (APA, 10.1.2015)

  • Rio de Janeiro: Die Busfahrscheine wurde teurer, zahlreiche Menschen haben dagegen einiges einzuwenden.
    foto: ap/correa

    Rio de Janeiro: Die Busfahrscheine wurde teurer, zahlreiche Menschen haben dagegen einiges einzuwenden.

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