Über Paris nach Katar

9. Jänner 2015, 18:31
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Österreichs Handballer stimmen sich gegen einen der Favoriten auf die WM ein

Paris/Doha - Das hat schon etwas zu bedeuten. Frankreich, der Handball-Olympiasieger 2008 und 2012 sowie Weltmeister 2009 und 2011, wird am Montag in Paris Österreichs letzter Testspielgegner auf dem Weg zur WM-Endrunde in Katar (ab 15. Jänner) sein. "Eine Ehre für uns", sagt Teamkapitän Viktor Szilágyi, "und die optimale Vorbereitung." Bis heute, Samstag, bestreiten die Franzosen noch in Nantes ein Turnier mit Argentinien, Algerien und Mazedonien, natürlich legten sie Schweigeminuten für die Terroropfer ein, und auf einer Videoleinwand wurde der Spruch "Je suis Charlie" eingeblendet.

Österreichs vorletzter Gegner war die Schweiz gewesen, Österreich hat in zwei Heimspielen klar die Oberhand behalten (32:23, 38:28). Der isländische ÖHB-Teamchef Patrekur Johannesson gewann etliche Aufschlüsse, vor allem jenen, dass er mit dem zuletzt angeschlagenen Goalgetter Roland Schlinger in Katar rechnen kann. Johannesson nahm Schlinger noch in jenen 18-Mann-Kader auf, den er am Freitag präsentierte. Aus dem bis dahin noch 23 Mann starken Aufgebot wurden die beiden Deutschland-Legionäre Dominik Schmid und Richard Wöss sowie Markus Bokesch, Markus Kolar und Thomas Weber gestrichen.

Bei der WM trifft Österreich in Gruppe B der Reihe nach auf Kroatien (16. Jänner), Bosnien-Herzegowina (17.), Tunesien (19.), den Iran (21.) und Mazedonien (23.). Vier der sechs Nationen steigen ins Achtelfinale auf. Dort geht's in Kreuzspielen - Erster gegen Vierter, Zweiter gegen Dritter, Dritter gegen Zweiter, Vierter gegen Erster - gegen Teams der Gruppe A, in der sich Spanien, Slowenien, Katar, Weißrussland, Brasilien und Chile tummeln.

Als WM-Favoriten gelten die üblichen Verdächtigen, natürlich Frankreich, die erfolgreichste Nation der jüngeren Vergangenheit, außerdem Titelverteidiger Spanien, Kroatien und Dänemark. Johannesson traut auch den Polen einiges zu, die sich in der Qualifikation immerhin gegen die Deutschen durchgesetzt hatten, was insofern fruchtlos war, als Deutschland hernach vom Weltverband (IHF) noch eine Wildcard erhielt. Bei der WM 2013 hatte Gastgeber Spanien zwar in der Vorrunde gegen Kroatien verloren, dann aber aufgedreht und im Finale ein sensationell hohes 35:19 über Dänemark gefeiert. (fri)

Das sind Spaniens Handballer, das ist der Jubel über den Pokal, den sie nach der Heim-WM 2013 stemmten. Spanien ist Titelverteidiger. (fri - DER STANDARD, 10.1.2015)

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