Gericht hilft Hoteliers gegen Buchungsportal

9. Jänner 2015, 17:45
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Bestpreisabsprachen des Buchungsportals sind nicht zulässig

Düsseldorf/Wien - Noch feiern nur die Hoteliers in Deutschland, in Österreich könnte es aber bald auch so weit sein: Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat am Freitag eine Entscheidung des Bundeskartellamts aus Dezember 2013 bestätigt. Demnach ist es unzulässig, dass sich Buchungsportale in ihren Verträgen mit deutschen Hotels die jeweils günstigsten Preise garantieren lassen.

Auslöser war die Klage des Start-ups JustBook in Deutschland gegen HRS (Hotel Reservation Service GmbH), weil es den Wettbewerb zu seinen Ungunsten eingeschränkt sah. HRS mit Sitz in Köln ist Marktführer in Deutschland bei elektronischen Buchungen. Zur HRS Group gehören auch Portale wie Hotel.de und Tiscover, das bis 2008 noch mehrheitlich der Tirol Werbung gehört hat.

"Etappensieg"

Die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) begrüßt das Urteil und spricht von einem "Etappensieg". Nach Ansicht von Generalsekretär Markus Gratzer kann das Urteil in Deutschland nur heißen, dass auch in Österreich die AGBs (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) rasch geändert werden müssen. Die ÖHV, die rund 1300 Hoteliers der Vier- und Fünf-Sterne-Kategorie vertritt, hat 2012 eine Beschwerde vor der Bundeswettbewerbsbehörde eingebracht. Eine Entscheidung steht allerdings noch aus.

Nach den derzeit in Kraft befindlichen AGBs dürfen Hoteliers, die einen Vertrag mit HRS abgeschlossen haben, selbst auf ihrer eigenen Webseite kein Zimmer günstiger anbieten als HRS. Sie empfinden das als starke unternehmerische Behinderung.

Einer im Sommer 2014 von der ÖHV unter Mitgliedsbetrieben gemachten Umfrage zufolge ist Booking.com mit einem Anteil von knapp 95 Prozent die in Österreich am stärksten verbreitete Buchungsplattform. Nummer zwei ist HRS (65 Prozent), gefolgt von Expedia (53), Hotel.de (51) und Tiscover (47 Prozent). (stro, DER STANDARD, 10.1.2015)

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