Halbherzig und teuer

Einserkastl9. Jänner 2015, 17:21
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Die österreichische Politik will keine klare Lösung bei der Raucherordnung

Heute behandeln wir im Rahmen unserer Serie "Der österreichische Weg der Problemlösung" das "Prinzip Pallawatsch", und zwar anhand der Raucherordnung in der Gastronomie.

Die österreichische Politik geht dabei so vor: Man anerkennt widerwillig, dass Rauchen, auch Passivrauchen, extrem gesundheitsschädlich ist (Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen), will aber keine klare Lösung. Daher zwingt man die Gastronomen, zwar eine Art von Nichtraucherschutz einzuführen und auch relativ kostspielige Umbauten in ihren Lokalen durchzuführen. Wobei jeder mit einem Funken Realitätssinn weiß, dass diese Trennung in Raucher- und Nichtraucherbereiche nicht funktioniert. Wie denn auch durch die Praxis bewiesen. Daraufhin beschließt die Politik (der Wirtschaftsminister mit Unterstützung der Gesundheitsministerin), doch ein allgemeines Rauchverbot anzustreben. Die Kosten für die Umbauten werde man den Wirten im Wege einer Steuergutschrift ersetzen.

Also zuerst halbherzig, dann teuer. Dies übrigens in einem Land, wo die Jungen, vor allem junge Mädchen und Frauen, tschicken wie nicht gescheit. In Italien hat man gleich ein totales Rauchverbot eingeführt, es gab kein Massensterben der Lokale. Ähnlich in anderen europäischen Ländern. Bei uns kommt man erst zur Vernunft, nachdem man jeden anderen Blödsinn ausprobiert hat. (Hans Rauscher, DER STANDARD, 10.1.2015)

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