Die Jäger des verlorenen Schatzes von Geocities

11. Jänner 2015, 09:00
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"One Terabyte of Kilobyte Age" erforscht schrille "Cyberhomes" und digitale Folklore

Wer sich in den Neunzigern im "Cyberspace" präsentieren wollte, der hatte bei Geocities einen Auftritt. Und was für einen. Da blinkte, blitze und tönte es. Animierte GIFs verzierten die Seiten wie einst Posamenten die Kleidung. Es war eine bunte, schrille Zeit, 2009 ging es mit dem kostenlosen Homepagedienst zu Ende. Die am häufigsten verwendete Grafik, ein bewegtes Herz, blieb stehen.

Die Überreste dieser digitalen Folklore erforschen die Netzkünstler Olia Lialina und Dragan Espenschied. Ihr Projekt "One Terabyte of Kilobyte Age" sammelt Screenshots und erinnert an jene, die "Cyberhomes" bauten und nicht Content generierten. Ein Statement gegen das mittlerweile von Algorithmen bestimmte Onlinedasein. (sb, DER STANDARD, 10./11.1.2015)

Links

Alle 20 Minuten ein neuer Screenshot aus dem Geocities-Torrent:

Vortrag von Olia Lialina auf dem Chaos Communications Congress 31C3 in Hamburg:

Die Netzkünstlerin feiert den frühen grafischen Stil des WWW auch in ihren Arbeiten:

  • "Midnight" etwa ist ein Navigationselement, das aus vielen kleinen Grafiken besteht, die frühe Webuser zur Navigation nützten: igac.org/container/midnight

Hostingservices für das vollendete Retro-Gefühl:

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