Verletzte und Schäden durch Orkanböen in Nordeuropa

9. Jänner 2015, 21:57
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Zwei Mädchen im Schulhof von umstürzendem Baum getroffen - 100.000 in Schottland ohne Strom

Hamburg/Edinburgh/Prag - Mit heftigen Orkanböen hat Sturm "Elon" in Deutschland erhebliche Schäden angerichtet und mehrere Menschen verletzt. Am Freitag waren drei Hauptrouten der Bahn blockiert. Zwei Mädchen wurden auf einem Hamburger Schulhof von einem umstürzenden Baum getroffen und kamen in ein Krankenhaus. Starke Stürme kappten in Schottland die Stromversorgung von etwa 100.000 Menschen.

Umgestürzte Bäume blockierten am Nachmittag die Bahngleise. Die Fernverkehrsstrecken Hamburg-Hannover, Hamburg-Berlin und Hamburg-Bremen waren stundenlang gesperrt, wie die Bahn mitteilte. Es kam zu zahlreichen Verspätungen auch auf anderen wichtigen Routen. In Berlin waren einige S-Bahn-Strecken unterbrochen. Vor dem Sturm kapitulierte auch der Fährverkehr von Cuxhaven zur Hochseeinsel Helgoland.

Mädchen verletzt

Die beiden in Hamburg schwer verletzten Mädchen sind Schülerinnen einer sechsten Klasse. Ein weiteres Kind wurde mit einem Schock ins Krankenhaus gebracht, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Der Baum war durch eine Windböe auf den Schulhof gestürzt. Im brandenburgischen Prenzlau musste eine Volksschule evakuiert werden, nachdem der Sturm das Dach weggefegt hatte. Keiner der rund 300 Schüler wurde verletzt.

In Hamburg wurde der bei Touristen beliebte Fischmarkt überschwemmt. In Trittau (Schleswig-Holstein) wurden zwei Männer verletzt, als ein Baum auf ihren Kleinbus stürzte. Orkanböen mit bis zu 160 Stundenkilometern fegten über den höchsten Berg Norddeutschlands, den 1.141 Meter hohen Brocken. In Berlin brach der Fußball-Bundesligist Hertha BSC wegen des Unwetters das Training ab. Die Mannschaft verließ fluchtartig den Platz.

In München krachte eine zehn Meter hohe Fichte auf ein fahrendes Auto, in dem zwei Frauen saßen. Die beiden kamen mit dem Schrecken davon.

Auch Nordrhein-Westfalen wappnet sich für ein Sturmwochenende. In Köln wurde am Freitag die Domplatte abgeriegelt, um Passanten vor möglicherweise herabfallenden Steinen zu schützen. In Düsseldorf ordnete das Gartenamt vorsorglich die Schließung der Friedhöfe und eines Wildparks an. Für Samstag wurden die Wochenmärkte abgesagt.

Ein Wetterchaos gab es auch in Großbritannien: Im Norden des Landes waren rund 100.000 Haushalte zwischenzeitlich vom Stromnetz abgeschnitten. Am schwersten betroffen waren die Highlands und die schottischen Inseln. Viele Schulen und Kindergärten blieben geschlossen. Wetterwarnungen der Meteorologen betrafen auch die Großstädte Edinburgh und Glasgow.

Verkehrsbehinderungen gab es am Freitag auch in Tschechien. Bei Zelezna Ruda (Markt Eisenstein) fuhr ein Schnellzug auf einen umgestürzten Baum auf. Verletzt wurde niemand. Drei Dutzend Passagiere mussten ihre Fahrt mit einem Bus fortsetzen. Auch auf anderen Strecken kam es zu Zugausfällen. In Westböhmen rückten die Feuerwehren zu mehr als 40 Einsätzen aus. Der Wetterdienst in Prag gab eine Unwetterwarnung bis einschließlich Sonntag heraus. (APA, 9.1.2015)

  • Die Orkanböen führten im deutschen Dagebüll zu Überschwemmungen.
    foto: dpa/carsten rehder

    Die Orkanböen führten im deutschen Dagebüll zu Überschwemmungen.

  • Sturmgepeitschte Wellen krachen im schottischen Saltcoats gegen einen Schutzdamm.
    foto: epa/robert perry

    Sturmgepeitschte Wellen krachen im schottischen Saltcoats gegen einen Schutzdamm.

  • Ein Mann kämpft sich in der irischen Stadt Portstewart durch die Fluten.
    foto: reuters/cathal mcnaughton

    Ein Mann kämpft sich in der irischen Stadt Portstewart durch die Fluten.

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