Geringere Sterblichkeit, wenn Top-Herzchirurgen nicht da sind 

9. Jänner 2015, 15:54
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Die Wahrscheinlichkeit, an Herzinfarkt & Co. zu sterben, sinkt, wenn gerade ein Kardiologie-Kongress stattfindet.

Eine Frage, die man sich normalerweise nicht stellt, weil man es ohnehin nicht in der Hand hat: Wann ist der beste Zeitpunkt für kardiologische Probleme? Dann, wenn alle Top-Herzchirurgen nicht im Spital, sondern auf einer Konferenz sind. Ihre Abwesenheit erhöht die Überlebenschancen für Herzpatienten deutlich, wie eine skurille neue Studie der Harvard Medical School zeigt.

Geringere Sterblichkeit

Die Forscher untersuchten die Daten zehntausender Patienten, die zwischen 2002 und 2011 mit Herzinfarkt oder Herzstillstand ins Spital geliefert wurden. Von jenen mit schweren Fällen verstarben 70 Prozent innerhalb von 30 Tagen - an gewöhnlichen Tagen. Fand jedoch zeitgleich eine Herzkonferenz statt, verstarben nur 60 Prozent im ersten Monat.

Das Ergebnis könnte ein Hinweis darauf sein, dass bei Notfallmaßnahmen wie Arterienweitung mittels Katheter die Risiken die Vorteile überwiegen. Das könnte ein bedeuten, dass schwerkranke Patienten mitunter überbehandelt werden. Die Studienleiter betonen aber, dass noch weitere Studien nötig sind, bevor man über eine Änderung der Behandlungsroutinen überhaupt erst nachdenken sollte.

Der nächste Kardiologen-Kongress findet übrigens am 16. und 17. Jänner in Wien statt. (fbay, derStandard.at, 9.1.2014)

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