Keine Festlegung! Bewegung!

9. Jänner 2015, 18:24
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Die zweit Ausgabe des Literaturmagazins "Jenny" wird am Montag im Literaturhaus Wien im Rahmen einer Lesung präsentiert

Kunst, so der Autor Adolf Muschg, "ist nicht weise; dafür hat sie Dringenderes zu tun." Zum Beispiel Vorübergehendes vorübergehend festzuhalten und so dem Übergänglichen eine andere Qualität abzugewinnen - jenseits von bloßer Vergänglichkeitsfeier oder dem Beklagen schieren Verfalls. Von dieser Gegenwärtigkeit und dem Nichtfestgelegtsein schreibt auch Ferdinand Schmatz in seinem Vorwort zur nun vorliegenden zweiten Nummer von Jenny, der Jahresanthologie des Instituts für Sprachkunst, dem er vorsteht.

"Um ein Gedicht zu beginnen, habe ich alles. Um ein Gedicht zu beginnen, habe ich nichts", zitiert er Jandl. Und Schmatz weiter: "... zwischen diesen beiden Aussagen Ernst Jandls, zwischen alles und nichts, dort liegt's." Die erste, 2013 erschienene Nummer von Jenny hat in diesem Sinn für Aufsehen gesorgt. Nicht nur textlich, auch gestalterisch (der schmale Band wurde 2013 in der Kategorie "Allgemeine Literatur" als schönstes Buch Österreichs ausgezeichnet).

Auch die zweite Ausgabe dieses Literaturmagazins, das ausschließlich auf Text setzt, ist - obwohl bilderlos - optisch äußerst schön geworden. Auch diesmal werden, geschrieben von Studenten des Instituts für Sprachkunst sowie Gästen, mit Prosa, Essay, Drama und Lyrik alle literarischen Genres abgedeckt. Auch Interviews - u. a. mit Dorothee Elmiger - sind enthalten. Jenny ist mehr als ein Anfang mit offenem Ende, es ist ein Auf- und Ausbruch. Besser als mit der Release-Lesung am Montag im Literaturhaus lässt sich eine Woche nicht beginnen. (steg, DER STANDARD, 10./11.1.2015)

Jenny, die Zweite 12. 1., Literaturhaus Wien, 7., Seidengasse 13, 19.00

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