Experte: Prostatakrebs wird immer besser behandelbar

9. Jänner 2015, 14:05
14 Postings

Zwei neue Wirkstoffe konnten die durchschnittliche Überlebensdauer um drei bis sieben Monate verlängern

Prostatakrebs wird immer besser behandelbar. Medikamente können die Überlebensdauer von Patienten, die in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung leiden, im Mittel um mehrere Monate, in Einzelfällen sogar um Jahre verlängern. Darauf wies Stephan Madersbacher im Vorfeld einer Fortbildungsveranstaltung für Urologen hin.

Viele Betroffene

143.000 Männer leben in Österreich mit der Diagnose Krebs, etwa 60 Prozent von ihnen haben ein Karzinom im urologischen Bereich, sagte Madersbacher, der die Abteilung für Urologie und Andrologie im Kaiser-Franz-Josef-Spital in Wien leitet. Rund 55.000 Männer haben Prostatakarzinome, 8.000 sind von Hodenkrebs betroffen, 7.000 von Nieren- und 11.500 von Blasenkrebs. Beim Prostatakrebs werden in Österreich pro Jahr rund 5.000 Neuerkrankungen diagnostiziert, 1.200 bis 1.300 Patienten sterben.

Ob Raucher stärker gefährdet sind, an Prostatakrebs zu erkranken, ist nicht ganz klar, da es schwierig sei, einen Zusammenhang zu beweisen. "Wahrscheinlich hat es einen diskreten Effekt auf das Risiko", sagte der Experte. Im Gegensatz dazu ist bei Blasenkrebs klar, dass Raucher eher daran erkranken.

Neue Wirkstoffe

"Bei der Behandlung fortgeschrittener Prostatakarzinome hat sich in den vergangenen fünf Jahren Unglaubliches getan", sagte Madersbacher. Zwei Wirkstoffe stehen zu Verfügung, die oral eingenommen werden und praktisch frei von Nebenwirkungen sind. Die durchschnittliche Überlebensdauer von drei bis vier Jahren hat sich damit um drei bis sieben Monate verlängert. Das betrifft jene zehn bis fünfzehn Prozent der Patienten, die bereits Metastasen entwickelt haben und auf eine Hormontherapie nicht angesprochen haben.

Die Fortbildungsveranstaltung für Fachärzte unter dem Titel Oncoforum Urology wird vom Pharmakonzern Astellas zum siebenten Mal in Österreich veranstaltet. Vorgestellt werden neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Im vergangenen Jahr haben laut Madersbacher 200 Urologen teilgenommen und damit fast 40 Prozent der Ärzte dieser Fachrichtung in Österreich. (APA, derStandard.at, 9.1.2014)

Share if you care.