Schwacher Yen: Japans Elektronikkonzerne produzieren mehr im Inland

9. Jänner 2015, 12:23
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Hauptsächlich High-End-Produkte von Canon betroffen - Auch Sharp und Panasonic

Immer mehr japanische Elektronikunternehmen verlagern wegen des schwachen Yen Teile der Produktion aus dem Ausland zurück in die Heimat. So will Canon den Anteil der Inlandfertigung innerhalb von zwei Jahren von rund 40 Prozent auf mehr als die Hälfte aufstocken, wie Konzernchef Fujio Mitarai der führenden japanischen Wirtschaftszeitung "Nikkei" sagte.

Günstigere Preise im Ausland

Wegen der Abschwächung des Yen können Exportfirmen ihre Waren außerhalb Japans günstiger anbieten. Die Änderung der Strategie betreffe hauptsächlich High-End-Produkte, einschließlich Kopierer, Kameras und Drucker, erklärte der Canon-Chef. Zuvor hatten auch die Konkurrenten Sharp und Panasonic erklärt, sie wollten ihre Heimatfertigung ausweiten. Fabriken im Ausland werden deswegen aber nicht geschlossen.

Viele japanische Unternehmen hatten im Zuge der internationalen Finanzkrise große Teile ihrer Produktion angesichts des damals starken Yen ins Ausland verlagert. Seitdem die Zentralbank vor knapp zwei Jahren begann, die geldpolitischen Zügel aggressiv zu lockern, hat der Yen im Vergleich zum Dollar und Euro jedoch erheblich an Wert verloren. Im Ausland gefertigte Produkte werden für die Unternehmen dadurch teurer. So sinkt bei Panasonic der Betriebsgewinn mit jeder Schwächung der japanischen Währung um ein Yen gegenüber dem Dollar um rund 1,8 Mrd. Yen (13 Mio. Euro), berichtete "Nikkei".

Verlagerung von China nach Japan

Panasonic will Klimaanlagen, Waschmaschinen, Mikrowellen und andere Produkte, die derzeit in China gefertigt werden, fortan verstärkt in seinen Werken in Japan produzieren, um die Auswirkungen des schwächeren Yen auszugleichen. Die betroffenen Werke in China würden aber weiter für den dortigen Markt produzieren.

Auch Sharp kündigte an, die Produktion von Fernsehern, Kühlschränken und anderen Geräten in Japan fortan aufstocken zu wollen, ohne aber die Kapazitäten im Ausland deswegen abzubauen. (APA, 09.01.2015)

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