Nur in Großbritannien Mehrheit für EU-Austritt

9. Jänner 2015, 11:28
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52 Prozent der Griechen fühlen sich weniger europäisch als noch vor einem Jahr

Berlin - Immer mehr Europäer gehen nach einer Umfrage auf Distanz zu Europa. Eine knappe Mehrheit für einen Austritt aus der Europäischen Union gibt es aber nur in Großbritannien. Insgesamt 64 Prozent der Befragten wollten demnach in der EU bleiben, berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" (Freitag). 30 Prozent sprachen sich für einen Austritt aus. In Großbritannien seien 51 Prozent für einen Austritt.

In Deutschland sind überdurchschnittlich viele Menschen für einen Verbleib in der Europäischen Union (73 Prozent). Lediglich 27 Prozent der Deutschen befürworten einen EU-Austritt. Die Hauptverantwortung für die derzeitige Wirtschaftskrise liegt nach Ansicht von 29 Prozent der befragten Europäer bei den Banken; in Deutschland teilen sogar 33 Prozent diese Auffassung. Rund 20 Prozent nennen die Schwächen einzelner Länder wie Griechenland oder Portugal. Nur elf Prozent gaben dem Euro die Hauptverantwortung für die Krise.

Unterschied zu Einstellung vor einem Jahr

Die Umfrage zeigte aber auch eine wachsende Distanz der Befragten zu Europa. 26 Prozent der Befragten fühlen sich demnach "weniger europäisch" als noch vor einem Jahr. 14 Prozent gaben an, sich "Europa näher" zu fühlen. Die Ursache für die Skepsis liegt laut der Studie in der andauernden Wirtschaftskrise.

In Deutschland sehen sich demnach 21 Prozent weiter von Europa entfernt als vor einem Jahr, wie die "Neuen Osnabrücker Zeitung" berichtet. Die größte Distanz verspüren Griechen: 52 Prozent erklärten, sich weniger europäisch zu fühlen, in Großbritannien waren dies 43 Prozent. Es folgen Frankreich (35 Prozent), Belgien (27 Prozent). In Irland und der Schweiz gaben jeweils 26 Prozent an, Europa skeptisch gegenüberzustehen. In Dänemark, Island und Finnland überwog die Zahl der Menschen, die sich Europa stärker verbunden fühlen. Das Marktforschungsnetzwerk WIN/Gallup interviewte dem Blatt zufolge 12.750 Personen in 13 Ländern für die Umfrage. (APA, 9.1.2015)

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