Fichte als Feinkost: Schönbrunner Christbaum an Elefanten verfüttert

Ansichtssache9. Jänner 2015, 11:37
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Wien - Ein verspätetes Festtagsfrühstück gab es am Freitag für die Elefanten im Tiergarten Schönbrunn. Die 18 Meter hohe Fichte, die den Weihnachtsmarkt vor Schloss Schönbrunn geschmückt hat, wurde zum nadeligen Snack. Die Dickhäuter zeigten sich durchaus begeistert und legten den Weg zum aufgetürmten Baumhaufen in beträchtlichem Tempo zurück.

Damit der Frühstückssprint auch gut geht, sorgten die Pfleger vor. Mit Sand, der auch in den Boxen als Schlafunterlage verwendet wird, wurden die angetauten Eisplatten rutschfest gemacht. "Bei Elefanten ist das relativ unproblematisch, da sie große Füße haben", erklärte Elefantenpfleger Mathias Otto.

Iqhwa nachte mit

Auch der Elefantennachwuchs Iqhwa, die heuer im Herbst zwei Jahre alt wird, durfte zum ersten Mal von den Fichtenzweigen naschen. Zuerst wartete sie noch brav auf Mama Tonga und kostete, dann erwies sich die eine oder andere Tauwasserlacke aber noch als deutlich interessanter.

Den fehlenden Enthusiasmus machten die anderen Familienmitglieder locker wett: "Erst werden die Äste bis zum Anschlag gefressen, vor allem die zarten Spitzen. Nachher wird auch die Rinde abgeknabbert", schilderte Otto.

Nachdem die Dickhäuter bei den tiefen Temperaturen nur zweimal täglich Ausgang haben, wird gerade der Stamm der aus dem Forstrevier Traunstein in Oberösterreich stammenden Fichte mehrere Wochen lang immer wieder als Snack zwischendurch dienen.

Schnell verdauuende Dickhäuter

Normalerweise bekommen die Elefanten im Winter Heu und Stroh, beim Training werden als Belohnung auch getrocknete Brotstückchen verfüttert. "Elefanten sind schlechte Futterverwerter, ihre Verdauung passiert sehr schnell", meinte der Pfleger. Dementsprechend viel müssen sie fressen - im Sommer ist frisches Gras die Hauptnahrungsquelle.

Aber nicht nur die Schönbrunner Elefanten durften sich heute über ein grünes Frühstück freuen. Auch die Rentiere, die Nashörner, die Nyalas (eine Antilopenart) sowie die Wasserbüffel profitierten von dieser Christbaumverwertungsmethode. (APA, 9.1.2015)

foto: apa/helmut fohringer
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