Guardian und Google helfen "Charlie Hebdo" 

9. Jänner 2015, 10:50
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Spenden in Höhe von 128.000 bzw. 250.000 Euro zugesagt - Satiremagazin erscheint am 14. Jänner mit einer Million Auflage

Paris/London - Nach mehreren französischen Medien helfen auch die britische Guardian-Mediengruppe und der Internetkonzern Google dem Satiremagazin "Charlie Hebdo". Wie der Chefredakteur der zu der Gruppe gehörenden Zeitung "The Guardian" auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte, sagte das Unternehmen der Zeitschrift eine Spende von 100.000 Pfund (128.000 Euro) zu.

Das Geld solle dazu dienen, "Charlie Hebdo" zu erhalten, schrieb Alan Rusbridger am Donnerstag. Das Magazin war am Mittwoch Ziel eines Anschlags, acht seiner Journalisten wurden getötet. Insgesamt starben beim Angriff mutmaßlicher Islamisten auf die Redaktion zwölf Menschen.

Mehrere Medien springen ein

Laut Guardian hat auch der Internetkonzern Google Unterstützung zugesagt. Umgerechnet 250.000 Euro sollen in Richtung des Satiremagazins fließen, heißt es. Zuvor hatte - wie berichtet - eine Allianz französischer Medien wie "Le Monde", Radio France und France Televisions ihre Hilfe angeboten, um den Fortbestand des Magazins zu sichern. In einer gemeinsamen Erklärung kündigten sie an, Mitarbeiter und Mittel zur Verfügung zu stellen.

"Charlie Hebdo" erscheint normalerweise mit einer Auflage von 60.000 Exemplaren, beim kommenden Heft wird die Auflage aufgrund des großen Interesses auf eine Million erhöht. Statt der sonst üblichen 16 Seiten soll das Magazin allerdings nur einen Umfang von acht Seiten aufweisen.

In den Räumlichkeiten der Zeitung "Liberation"

Am Freitag haben überlebende Mitarbeiter des Satire-Magazins mit der Arbeit an der nächsten Ausgabe begonnen. Die Journalisten nutzten vorerst Räume der Zeitung "Liberation", wie Mitarbeiter der Tageszeitung mitteilten.

"Wir empfangen sie bei uns, denn sie haben noch nicht einmal mehr einen Stift", sagte Pierre Fraidenraich von "Liberation". "Ihre Computer und ihre gesamte Ausrüstung wurden versiegelt." Premierminister Manuel Valls und Kulturministerin Fleur Pellerin statteten der Redaktion einen Besuch ab, um ihre Solidarität mit den Journalisten zu bekunden.

Die eigentlichen Büros von "Charlie Hebdo" befinden sich nur ein paar Straßen entfernt. (red, APA, 9.1.2015)

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