Windkraft trotz Expansion unter Strom

8. Jänner 2015, 18:07
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Die Leistung von Österreichs Windkraftparks hat sich seit 2011 verdoppelt, der niedrige Marktpreis macht aber Probleme

Wien - Die Windenergiebranche in Österreich eilt von Rekord zu Rekord, kann sich daran aber nicht so richtig erfreuen - und zwar wegen der Großhandelspreise für Strom, die sich zuletzt auf drei bis 3,5 Cent je Kilowattstunde fast halbiert haben. Grund ist das Überangebot an elektrischer Energie, von der wegen der schwächelnden Wirtschaft in Europa nicht so viel benötigt wird.

Konkurse erwünscht

"Ich wünsche mir Konkurse in der E-Wirtschaft", sagte der Geschäftsführer der IG Windkraft, Stefan Moidl, am Donnerstag bei der Präsentation neuester Branchenzahlen. Treffen sollte es fossile Kraftwerke. Diese seien schuld, nicht die Erneuerbaren wie die Windenergie. "Wir brauchen keine 40 Jahre alten Braunkohlekraftwerke in Deutschland," sagte Moidl.

Durch den Preisverfall wächst auch der Subventionsbedarf der Erneuerbaren. Mit der von allen Konsumenten zu zahlenden Öko-Umlage wird die Differenz zwischen den garantierten Einspeisetarifen und dem tatsächlichen Marktpreis abgedeckt: Je tiefer der Preis, desto größer die Differenz.

5600 Jobs hängen an Windkraft

Dass die Windenergie inzwischen zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden ist, belegen jüngste Zahlen. Demnach hängen allein in Österreich mittel- oder unmittelbar (über Zulieferer und Dienstleister) 5600 Arbeitsplätze daran. In den vergangenen drei Jahren hat die Branche laut Moidl in Summe 1,7 Milliarden Euro und damit etwa gleich viel wie Österreichs chemische Industrie investiert, jedenfalls deutlich mehr als die Papier-, Holz-, Fahrzeug- oder Nahrungsmittelindustrie.

Mit dem Ausbau der Windparks ist es seit Inkrafttreten des neuen Ökostromgesetzes 2012 rasant vorangegangen. Die installierte Leistung wird sich von 1377 Megawatt (MW) bis Ende dieses Jahres auf 2486 MW annähernd verdoppeln. Die meisten der bereits genehmigten 130 neuen Anlagen werden heuer in Niederösterreich dazukommen, einige auch in der Steiermark. Burgenland ist beim Bestand fast gleichauf mit Niederösterreich. (stro, DER STANDARD, 9.1.2015)

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