Nach Plattensturz von WU-Fassade: Gutachter ortet Montagefehler 

8. Jänner 2015, 16:12
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Firma soll Schaden umgehend beheben - Areal um Bibliotheksgebäude bleibt gesperrt - Genaue Fassadenüberprüfung läuft bis Mitte Februar

Wien - Nachdem in der Vorwoche erneut eine Platte von der Fassade der Wiener Wirtschaftsuniversität (WU) gestürzt war, lagen am Donnerstag nun erste Resultate in Sachen Ursachenermittlung vor. Laut Gutachter Bernhard Hartenthaler handelte es sich "augenscheinlich um einen Montagefehler der ausführenden Firma", wie die WU mitteilte. Das Areal um das betroffene Bibliotheksgebäude bleibt gesperrt.

Dem von der Uni beauftragten externen Gutachter zufolge dürfte der Fehler im Zuge von Wartungsarbeiten passiert sein. "Als erste Maßnahme ist die Fassadenfirma im Rahmen der Gewährleistung umgehend verpflichtet, den Schaden zu beheben", wurde in der Aussendung betont. Diese Arbeiten würden von Hartenthaler begleitet und "akkurat kontrolliert".

Fassade soll überprüft werden

Darüber hinaus wurde der Gutachter beauftragt, die komplette Fassade des markanten Bibliotheksgebäudes - offiziell Library und Learning Center (LC) genannt - unter die Lupe zu nehmen. Darunter fallen sowohl die Konstruktion als auch die Ausführung und somit die Anbringung der Fassadenplatten. Erste Ergebnisse erwartet die WU Mitte Februar. Auf deren Basis will man dann über weitere bauliche Maßnahmen entscheiden.

Während der gesamten Dauer dieser Überprüfung bleibt das Areal rund um das LC großräumig gesperrt. Zusätzlich sollen Absicherungen bei allen Eingängen angebracht werden, um diese wieder benutzbar zu machen. Ab morgen, Freitag, kann das Gebäude bereits wieder über den Seiteneingang (Library Cafe) betreten werden, ab Anfang nächster Woche dann auch über den Haupteingang.

Am vergangenen Freitag war eine 80 Kilogramm schwere Fassadenplatte zu Boden gekracht. Da der Zwischenfall in den Abendstunden und zur Ferienzeit passiert war, kamen keine Personen zu Schaden. Ein ähnlicher Vorfall hatte der WU bereits im Sommer 2014 Probleme gemacht. Damals hatte sich ebenfalls ein Verkleidungselement vom Bibliotheksgebäude gelöst - wobei auch hier niemand verletzt worden war. Schon nach diesem ersten Vorfall war die Fassade von der zuständigen Firma nochmals überprüft und für in Ordnung befunden worden. (APA, 8.1.2015)

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