Best 2014: Porsche Targa, VW Polo, McLaren 650S

Ansichtssache8. Jänner 2015, 16:15
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Erster Teil eines durch und durch subjektiven Rankings aus der derStandard.at-Autoredaktion. Fortsetzung folgt.

foto: porsche

Es war eine kurze Überlegung, den VW Polo mit dem Einlitermotor an die erste Stelle zu reihen, das wäre eine Würdigung der Vernunft und der Bescheidenheit gewesen und hätte zudem jene befriedet, die darüber klagen, dass hier nur dem Protz und dem Krach gehuldigt würde, was natürlich nicht stimmt. Aus obengenannten Gründen wäre der Polo eine gute erste Wahl - aber es wäre nicht ganz ehrlich gewesen.

Der McLaren 650S (ja, der heißt so, weil er 650 PS hat) wiederum wäre eine Provokation jener gewesen, denen beim automobilen Muskelspiel die Galle hochsteigt. Allerdings befinden wir uns hier auf den Automobil-Seiten und nicht im Greenlife. Außerdem ist der McLaren ein Exote, eher Dritt- oder Viertwagen, wenn Sie in diesen Kategorien einkaufen. Daher Platz eins: Porsche 911 Targa.

Der Targa ist ein Klassiker der Automobilgeschichte, und Porsche hat ihn schlau und dezent aufgefrischt. Er ist fragiler, leichter und eleganter geworden, ähnelt wieder mehr jenem Ur-Targa unserer Kindheit, in den wir uns schon damals verschaut haben. Der Targa ist zudem schöner und origineller als das Coupé oder das Cabrio. Abgesehen davon: Porsche. 911. Mit allem, was dieses Fahrzeug ausmacht, und das ist in erster Linie die Kombination aus Leistung und Fahrverhalten, die pure Freude - untermalt vom passenden Soundtrack aus vier Auspuffrohren. Der Ordnung halber: 350 PS, 137.000 Euro.

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foto: völker

Jetzt aber der VW Polo: Kostet ziemlich genau ein Zehntel des Porsche. Das ist ein Argument. Gespart wird aber nicht nur beim Preis, sondern praktisch überall. Beim Verbrauch etwa. Ein Liter Hubraum, 75 PS (es gibt auch eine Variante mit 60 PS) drei Zylinder. Herzig. Um die fünf Liter Verbrauch. Vorbildlich. Und sonst ist alles da, was man in einem (kleinen) Auto braucht, in VW-üblicher Qualität. Ein Auto zum Wohlfühlen, zum Fahren und für das gute Gewissen.

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foto: mclaren

Jetzt aber: das Spektakuläre, das Tolle, Laute und Schnelle. Auch Teure. Platz drei. Der McLaren 650S. Ein Achtzylinder mit Doppelturbo, der direkt hinter dem Fahrer, der Fahrerin knotzt. Brachial. Den McLaren gibt es wahlweise als Coupé oder als Cabrio. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 333 km/h im Coupé und mit 329 km/h im offenen Spider angegeben. Getestet haben wir das nicht. Die Fahrwerkseinstellungen lassen sich je nach Gegebenheit und Anspruch variieren - bis hin zu einer Einstellung für die Rennstrecke. Bei einer Jahresproduktion von 1400 Stück empfiehlt es sich, den Händler bei Interesse rechtzeitig vorzuwarnen. Kosten je nach Variante und Ausstattung: 300.000 bis 400.000 Euro. In diesem Sinne: gute Fahrt! (Michael Völker, DER STANDARD, 9.1.2014)

Nachlese

Porsche 911 Targa: Das Dach der Welt

VW Polo 1,0: Wenn die Pferde durchgehen

McLaren 650S: Fluch der Beschleunigung

Links

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VW

McLaren

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