Von Leichtbau und Recycling

Kolumne8. Jänner 2015, 16:16
1 Posting

Mit zunehmender Komplexität der Werkstoffe steigt auch die Herausforderung im Recycling

Karosserie-Leichtbau ist ein eigener Geschäftszweig geworden. Ging es bisher im Wesentlichen darum, den Gewichtszuwachs im Zuge der Erhöhung der Crashsicherheit und der Vermehrung der Komfortfunktionen abzufangen, gilt es nun, komplett neue Fahrzeugstrukturen zu schaffen, um gleich mit mehreren hundert Kilogramm an zusätzlicher Technik bei Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeugen zurechtzukommen.

Mit zunehmender Komplexität der Werkstoffe steigt auch die Herausforderung im Recycling. Bisher war die Verwertung eines Schrottwagens einfach: Runter mit den Rädern, weg mit den Kunststoffstoßfängern, raus mit den Flüssigkeiten und weg mit der Starterbatterie. Der Rest kam in den Shredder und wurde in kleine Stücke gerissen, danach getrennt in Metalle und Müll zum Verheizen und Deponieren. Künftig wird das wesentlich schwieriger.

Aufwändige Wiederverwertung

Ein steigendes Bewusstsein bezüglich Lebenszyklus-Energiebilanzen verschärft auch den Fokus auf die Wiederverwertung. Kurz gesagt: Effizientes Recycling zum Nulltarif gibt es nicht. Bis jetzt hat sich der Materialwert eines aufgebrauchten Automobils einigermaßen mit den Verwertungskosten die Waage gehalten. Ein Lebensende scheinbar zum Nulltarif. An technischen Möglichkeiten mangelt es nicht, aber eine aufwändigere Wiederverwertung in Zukunft wird zusätzliche Kosten verursachen. Wir werden das bezahlen müssen. Entweder über höhere Rohstoffpreise, falls sie im Zuge gesteigerter Nachfrage nach oben ziehen, oder über eigene Gebühren zur Wiederverwertung der Wracks. (Rudolf Skarics, DER STANDARD, 9.1.2015)

  • Die Verwertung eines Schrottwagens war bisher relativ einfach.
    foto: reuters/tatyana makeyeva

    Die Verwertung eines Schrottwagens war bisher relativ einfach.

Share if you care.