Google-Suche verliert Marktanteile nach Firefox-Abgang

8. Jänner 2015, 14:48
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Umstieg des Mozilla-Browsers entfaltet ihre Wirkung - Neuer Deal rechnet sich vorerst für Yahoo

Jahrelang waren Google und Mozilla eine für beide Unternehmen einträgliche Bindung eingegangen: Mozilla machte die Suchmaschine des Branchenführers zur Default-Auswahl im eigenen Browser, Google finanzierte im Gegenzug die Entwicklung des Browsers zu weiten Teilen. Ein Verhältnis, das allerdings durch Googles eigene Browser-Entwicklung zunehmend problematisch wurde - vor allem aus der Perspektive von Mozilla. Also folgte vor einigen Monaten der Bruch, und es wurde ein neuer Deal mit Yahoo geschmiedet.

Zahlen

Und dieser zeigt nun offenbar bereits die ersten, durchaus handfesten Auswirkungen, wie die aktuellen Zahlen von Statcounter zeigen. Hat Google doch in den USA im Dezember spürbar beim Marktanteil eingebüßt. Lag dieser noch im November bei 77,3 Prozent, schrumpfte er in nur einem Monat auf 75,2 Prozent. Umgekehrt hat Yahoo von 8,6 auf 10,4 Prozent zugelegt. In einem sonst eher statischen Markt ist dies eine äußerst signifikante Verschiebung. Zumindest vorerst scheint sich der Mozilla-Deal also für Yahoo gerechnet zu haben.

Abwarten

Bleibt abzuwarten, ob dieses Verschiebungen auch langfristig erhalten bleiben, oder ob die Nutzer irgendwann wieder auf Google wechseln. Immerhin dürften dies schon jetzt bereits viele User getan haben, ist der Firefox-Anteil in den USA mit 14 Prozent doch deutlich höher als die jetzige Verschiebung. Damit könnte dann auch gut quantifiziert werden, wie viel solche Deals tatsächlich bringen.

Apple

Bei Google wird man all diese Entwicklungen mit hohem Interesse verfolgen, immerhin bildet die Suchmaschine den Kern des eigenen, werbefinanzierten Geschäftsmodells. Zudem könnte in naher Zukunft noch ein weiterer, langjähriger Partner verlorengehen: Soll doch Apple ebenfalls über einen Wechsel zu einem anderen Suchmaschineanbieter nachdenken. Und auch bei Firefox gibt es für die Google-Konkurrenz noch etwas zu holen: Ist der Yahoo-Deal doch vorerst auf die USA beschränkt, in Europa ist derzeit weiterhin Google voreingestellt. (red, derStandard.at, 8.1.2015)

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    foto: manu fernandez / ap
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