Britische Notenbank hält an Niedrigzins fest

8. Jänner 2015, 13:47
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Keine Ausweitung des seit langem ruhenden Anleihen-Kaufprogramms

London - Angesichts weiter gesunkener Inflation hält die britische Notenbank auch zu Beginn des neuen Jahres an ihrem rekordniedrigen Leitzins von 0,5 Prozent fest. Die Bank of England (BoE) entschied am Donnerstag zudem, das seit langem ruhende Anleihen-Kaufprogramm in Höhe von 375 Mrd. Pfund (rund 480 Mrd. Euro) nicht auszuweiten.

BoE-Vertreter David Miles hatte jüngst betont, zusätzliche Impulse für die Wirtschaft seien unnötig. Zugleich habe die Notenbank keine Eile mit einer Zinserhöhung. Die Inflationsrate fiel im November auch wegen des stark gesunkenen Ölpreises auf 1,0 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit mehr als zwölf Jahren. Damit verfehlt die BoE ihr Ziel einer Jahresteuerung von zwei Prozent deutlich. Viele Beobachter rechnen daher damit, dass sie die Zinsen erst in der zweiten Jahreshälfte erhöhen wird.

Die britische Wirtschaft hat sich nach der Finanzkrise wieder erholt und strotzt derzeit vor Kraft: im dritten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Vorjahr um 2,6 Prozent zu. Damit ist Großbritannien eines der am schnellsten wachsenden Industrieländer. Wegen der gut laufenden Wirtschaft plädieren die beiden Notenbanker Ian McCafferty und Martin Weale seit Monaten für eine Zinserhöhung. Sie sehen auch die niedrige Inflationsrate nicht als Hinderungsgrund für eine geldpolitische Straffung, da der schwache Preisauftrieb durch niedrige Rohstoffpreise und Wechselkurseffekte bedingt sei. Im Dezember entschied der geldpolitische Ausschuss jedoch mit sieben zu zwei Stimmen, die Zinsen konstant zu halten. Ob es auch beim jüngsten Beschluss Gegenstimmen gab, bleibt bis zur Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle am 21. Jänner geheim. (Reuters, 8.1.2014)

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