Expertinnen für flexiblen Übergang in Pension

8. Jänner 2015, 12:48
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Eingliederungsmanagement in Deutschland, im Gegensatz zu Österreich, gesetzlich vorgeschrieben

Wien - Die größten Personalressourcen für Betriebe liegen in der Altersgruppe 55-plus. Um diese länger in der Arbeit zu halten sind laut dem Institut für Arbeitsfähigkeit drei Maßnahmen notwendig: Eine Flexibilisierung beim Übergang von der Arbeit in die Pension, der Ausbau von Anreizsystemen für Betriebe zum Halten von älteren Beschäftigten und eine Rehabilitation zur Wiedereingliederung.

Während in Deutschland ein Eingliederungsmanagement gesetzlich vorgeschrieben ist, setzt Österreich auf Förderungen. Ein Bonus-Malus-System, das Betriebe belohnt bzw. bestraft, wenn sie Ältere weiter beschäftigen oder eben nicht, wird von der Wirtschaft abgelehnt. Die Arbeitslosenzahl bei Menschen über 50 Jahre ist 2014 um 12,5 Prozent auf 99.324 Personen gestiegen.

Derzeit beteiligen sich 214 Unternehmensstandorte an dem "fit2work"-Programm der Regierung zur Förderung gesundheitlich beeinträchtigter Beschäftigter. Vier Betriebe sind kurz nach Beginn des Programmes wieder ausgestiegen. Den größten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe die Führung des Unternehmens, so die beiden Expertinnen Irene Kloimüller und Renate Czeskleba vom Institut für Arbeitsfähigkeit am Donnerstag vor Journalisten.

Das Pensions-Antrittsalter sinkt seit Jahrzehnten, im Vorjahr konnte der Trend erstmals gestoppt werden. 1970 gingen Männer mit 61,9 und Frauen mit 60,4 Jahren in Pension, 2014 lag das Alter der Männer bei 59,6, bei Frauen bei 57,5 Jahren. (APA, 8.1.2014)

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