Skifahren ist Minderheitenprogramm

8. Jänner 2015, 12:42
167 Postings

Winterurlaub können oder wollen sich nur wenige Österreicher leisten, der Familienskiurlaub ist ein Minderheitenprogramm der gehobenen Mittelschicht

Wien/Linz - Glaubt man dem Institut für Freizeitforschung so können oder wollen sich hierzulande Winterurlaub nur wenige leisten. Das gebuchte Vergnügen im Schnee ist demnach ein Minderheitenprogramm für weniger als 15 Prozent der Österreicherinnen, heißt es in einer Aussendung des Instituts. Der Familienskiurlaub war demnach immer schon ein "quantitativ überschätztes Minderheitenprogramm der gehobenen Mittelschicht". Darüber hinaus gilt: Mit dem Alter sinkt die Bereitschaft für einen Winterurlaub deutlich. 89 Prozent der Über-60-Jährigen verbringen überhaupt keinen Winterurlaub.

Nicht ganz überraschend hängt die Liebe zum Winterurlaub ganz offensichtlich auch mit den Einkommen zusammen: Überdurchschnittlich beliebt sind Winterurlaube bei Personen mit hohem Bildungsniveau und Personen mit hohem Einkommen. Gerne begeben sich auch Niederösterreicher, Wiener und Familien auf Winterreise. Skifahren und Skiurlaub sind laut Institut für Freizeitforschung allerdings zwei Paar Schuhe. Vergleicht man die Zahl der "Freizeitskifahrer" mit den klassischen Winterurlaubern, dann zeigt sich, dass die WestösterreicherInnen in ihrer Freizeit insgesamt häufiger Ski fahren, dafür aber eindeutig weniger häufig einen entsprechenden Urlaub buchen.

Freizeit statt Urlaub

Die Westösterreicher verfügen offensichtlich über genügend Möglichkeiten dem Skisport in der Alltagsfreizeit nachzugehen, während die Ostösterreicher erst auf Skiurlaub fahren müssen, um überhaupt zum Skifahren zu kommen. Seit 1987 hat sich übrigens der Anteil der Über-50-Jährigen, die regelmäßig Ski fahren, nur wenig verändert, der Anteil der Nicht-Skifahrer aber zugenommen.

Gut sieht es hierzulande bei der Urlaubsstimmung aus, zumindest vor Weihnachten: Die Österreicher sind trotz des Schneemangels in den Wochen vor dem großen Fest in Winterurlaubsstimmung. 35 Prozent haben konkrete Pläne für die aktuelle Saison (Vorjahr: 34 Prozent). 53 Prozent davon planen einen klassischen Winterurlaub und 10 Prozent eine Reise in den Sommer (Vorjahr 9 Prozent), geht aus einer Umfrage des market-Instituts im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich hervor.

Allerdings wollen 29 Prozent der Urlauber wieder sparsamer sein als in den vergangenen Jahren - mehr als die Hälfte sucht sich ein günstigeres Quartier (55 Prozent), gibt weniger für Essen und Trinken aus (53 Prozent und damit mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr) bzw. verkürzt den Aufenthalt (52 Prozent). Gut ein Drittel (35 Prozent) will weniger Geld für Freizeitangebote lockermachen - im Vorjahr war es nur ein Viertel (24 Prozent).

Die meisten Österreicher verbringen den Urlaub im eigenen Land in einem Vier-Sterne-Hotel (42 Prozent) oder in einem Drei-Sterne-Haus (37 Prozent). 22 Prozent wählen ganz unterschiedliche Kategorien und nur 4 Prozent entscheiden sich für ein Luxushotel mit fünf Sternen. (APA/rebu, derStandard.at, 8.1.2014)

  • Zwei Brettl, ein g'führiger Schnee gehört keineswegs für einen Großteil der Österreicher zum Winterprogramm.
    foto: apa/gindl

    Zwei Brettl, ein g'führiger Schnee gehört keineswegs für einen Großteil der Österreicher zum Winterprogramm.

Share if you care.