Mit dem Schnee kommen die Buchungen

8. Jänner 2015, 16:54
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Der Tourismus jubelt: Schneefall ist Turbo für Buchungen

Die schneefreien Wochen vor Weihnachten sorgten zunächst für eine Zurückhaltung der Urlauber bei den Hotelreservierungen für den Jänner. "Wir haben den Buchungsstopp in der Vorweihnachtszeit fast hautnah gespürt - wir haben heuer wirklich warten müssen, bis die ersten Schneeflocken vom Himmel gefallen sind", sagte die Tourismus-Obfrau der Wirtschaftskammer, Petra Nocker-Schwarzenbacher, zur APA.

"Doch dann ging es los - die Buchungen starteten heuer mit dem 26./27. Dezember", berichtete die Branchensprecherin. Wenn man sich die Zahlen ansehe, sei die Buchungslage nun im allgemeinen sehr gut. Punktuell gebe es aber auch starke Einbußen, räumte Nocker-Schwarzenbacher ein.

"Gut aufgestellt"

Die Jänner-Buchungen in Kaprun liegen derzeit beispielsweise noch um etwa 20 Prozent unter dem Vorjahr. Auch im Wintersportgebiete-Verbund Ski Amade, der die fünf Regionen Salzburger Sportwelt, Schladming-Dachstein, Gastein, Hochkönig und Großarltal mit insgesamt 270 Lift- und Seilbahnanlagen sowie 760 Pistenkilometern umfasst, gebe es vorläufig noch "einen leichten Rückgang", am Tauern oben sei man bereits fast gleichauf - "aber sonst sind wir gut aufgestellt", betonte die Obfrau der Bundessparte Tourismus in der WKÖ.

Anfang bis Mitte Dezember sei es wegen der Kurzfristigkeit der Buchungen allgemein ruhig. Relativ frühzeitig gebucht werde lediglich für die Weihnachtszeit und den Februar - vor allem auch Familien mit Kindern wollen ihr Quartier in den Schulferien gesichert wissen.

Weniger russische Touristen

Der Jänner hingegen sei "eine Frage des Schnees". "Wir konkurrieren mit sämtlichen anderen Skigebieten europaweit und da die Temperaturen vor Weihnachten nicht unbedingt für Winterurlaub gesprochen haben, hat man beim Buchen gewartet", so Nocker-Schwarzenbacher.

Im heurigen Winter reisen infolge des massiven Rubel-Verfalls und der Russland-Ukraine-Krise weniger russische Touristen nach Österreich - am Salzburger Flughafen kamen der Branchensprecherin zufolge um 25 bis 30 Prozent weniger Gäste aus dem Land an. Der russische Gast sei aber "punktuell angesiedelt" - die Hotels hätten das Ausbleiben der Russen teils mit anderen Touristen kompensiert. So gebe es etwa einen zusätzlichen Linienflug zwischen Istanbul und Salzburg, welcher der Branche entgegenkomme.

In der Wintersaison 2013/14 stellten die Russen mit knapp 300.000 Ankünften 1,8 Prozent der Urlauber in Österreich. Sie buchten rund 1,4 Millionen Nächtigungen, was einem Anteil von 2,1 Prozent entspricht. In einigen wenigen Skigebieten war der Nächtigungsanteil der Russen besonders hoch - in Sölden etwa lag er bei 10 Prozent. Überdurchschnittlich ist der Anteil der russischen Gäste auch in Mayrhofen im Zillertal, in Ischgl - und in Wien. (APA, derStandard.at, 8.1.2015)

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