Smart Home: Experten warnen vor Sicherheitsrisiken

8. Jänner 2015, 10:15
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FTC-Vorsitzende ermahnt Hersteller auf der CES zu Fokus auf Sicherheit

Das Internet der Dinge kommt. Zahlreiche Neuvorstellungen und Präsentationen auf der CES in Las Vegas weisen den Weg in eine Zukunft, in der zunehmend Gegenstände des täglichen Gebrauchs vernetzt sind – vom smarten Thermostat über das SmartTV bis zu Kühlschrank und Kaffeemaschine.

Darin verborgen liegen Chancen auf mehr Komfort, Energieersparnis und andere Erleichterungen, jedoch auch auch Risiken. Kameras, Fernseher und selbst Babyphones sind bereits erfolgreich von Hackern übernommen worden. Während "analoge" Einbrecher nach Geld und Schmuck suchen, haben es Cyberkriminelle etwa auf Kreditkartennummern und persönliche Daten abgesehen, die sich weiterverkaufen lassen, erläutert die New York Times.

Warnung

Edith Ramirez, die Vorsitzende der Federal Trade Commission, warnte denn auch in Las Vegas vor den potenziellen Gefahren des Smart Homes und ermahnte Hersteller, das Thema Sicherheit ernst zu nehmen. Die Risiken würden zunehmen, je mehr vernetzte Geräte in Zusammenhang mit der physischen Sicherheit ihrer Nutzer stünden.

Einige Smart Devices hatten sich in der Vergangenheit bereits als unzureichend erwiesen, was die Sicherheitsausstattung anbelangt. Produkte, die spezifisch zur Absicherung des Smart Home dienen, sind Mangelware. Den einen oder anderen Vorboten aus dieser Geräteklasse gab es aber auf der CES schon zu sehen. Das Sicherheitsunternehmen Bitdefender liefert mit der Bitdefender Box eine Lösung, die an den Router angehängt wird und dann den Datenverkehr im Netzwerk und abgerufene Webseiten nach Malware und Viren durchforstet.

Sie soll damit auch vernetzte Geräte davor bewahren, kompromittiert zu werden. Denn auch Smart TVs könnten beispielsweise zum Teil eines Botnets gemacht werden, erklärt Bogdan Dumitru, ein Gefahrenanalyst bei Bitdefender. Die Box verfügt dabei selbst über eine Möglichkeit, um sie aus der Ferne zu steuern und lässt sich auch dazu nutzen, bestimmten Diensten und Geräten im eigenen Netzwerk mehr Bandbreite zuzuteilen.

Datenfrage

Wogegen aber auch eine solche Box nichts ausrichten kann, ist der Datenhunger der Hersteller von Smart Devices. In den USA und Großbritannien arbeitet Ford etwa an einem Pilotprojekt, in dem über die Autos der Fahrstil von Freiwilligen erfasst und analysiert wird. Diese könnten herangezogen werden, um individuelle Versicherungstarife zu errechnen. Der Autobauer betont, dass die Daten eigentlich dem Konsumenten gehören und man sich lediglich als vertrauenswürdiger "Verwalter" dieser Informationen sieht.

Doch laut dem Marktforschungsunternehmen Accenture sind die Konsumenten skeptisch. Laut einer jüngst veröffentlichten Studie zweifeln Kunden rund um die Welt daran, dass persönliche Informationen online sicher seien. Gleichzeitig steckt das Internet der Dinge immer noch in den Kinderschuhen, erläutert dazu Privatsphärenexperte Crhis Babel der Firma Truste. Die Vernetzung wird in Zukunft weitergehen und großen Mehrwert schaffen – sowohl für Kunden und Unternehmen, aber auch aus Sicht böswilliger Hacker. (gpi, derStandard.at, 08.01.2015)

  • Ford testet die Kalkulation von Versicherungsprämien auf Basis automatischer Fahrstilanalyse.
    foto: apa

    Ford testet die Kalkulation von Versicherungsprämien auf Basis automatischer Fahrstilanalyse.

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