Barcelona bricht Beziehungen zur FIFA ab

7. Jänner 2015, 20:43
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Krise führt zu früheren Präsidentschaftswahlen

Barcelona - Aus Protest gegen die von der FIFA auferlegte Transfersperre bricht der spanische Topclub FC Barcelona ab sofort die institutionellen Beziehungen zum Fußball-Weltverband ab. Man will alle Veranstaltungen der FIFA boykottieren. So werden zum Beispiel weder Präsident Josep Maria Bartomeu noch seine Vorstandskollegen bei der Ehrung des Weltfußballers am 12. Januar in Zürich teilnehmen. Barca-Star Lionel Messi steht dabei ja zur Wahl.

Zudem wolle er dem FIFA-Präsidenten Joseph Blatter in den nächsten Tagen einen "harten Brief" schicken, erklärte Bartomeu am Mittwoch. Der Fall sei mit der jüngsten Bestätigung des Transferverbots durch den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne "noch nicht zu Ende".

Der Verein war von der FIFA im August 2014 wegen der unzulässigen Verpflichtung minderjähriger Spieler mit einem Transferverbot für zwei Wechselperioden sowie einer Geldstrafe von etwa 375.000 Euro belegt worden. Gegen die als "völlig unverhältnismäßig" empfundene Strafe hatten die Katalanen ohne Erfolg Einspruch beim CAS eingelegt.

Präsidentschaftswahlen während dem Transferbann

Beim Topclub wird es schon Ende der laufenden Saison zu Präsidentschaftswahlen kommen. Das hat Bartomeu am Mittwoch angekündigt. Die Wahlen hätten ursprünglich erst 2016 über die Bühne gehen sollen. Bei den Katalanen geht es aber momentan drunter und drüber.

Bartomeu steht wegen Fehleinkäufen und des Transferverbots selbst in der Kritik. Anfang der Woche trennte sich Barca von Sportdirektor Andoni Zubizarreta, in der Folge nahm auch dessen Assistent Carles Puyol den Hut. Zudem sorgt aktuell ein von Medien kolportierter Disput zwischen Superstar Lionel Messi und Trainer Luis Enrique für Aufsehen.

Bartomeu, der erst seit dem Rücktritt von Sandro Rosell im Jänner 2014 im Amt ist, will mit der Maßnahme zum "Abbau der Spannungen im Verein" beitragen. Medienberichte über einen Konflikt zwischen Messi und Luis Enrique spielte der 51-Jährige herunter. Er sehe einen "glücklichen" Messi, versicherte der Clubboss. (sid/red/APA, 7.1.2015)

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