Warum Kälte tatsächlich Schnupfen begünstigt - Wie Zellen wissen, ob sie wachsen können

7. Jänner 2015, 19:04
3 Postings

Warum Kälte tatsächlich Schnupfen begünstigt

New Haven - "Zieh dich warm an, sonst erkältest du dich!" Wer kennt diese wohlmeinende Mahnung nicht, die zu ignorieren scheint, dass nicht tiefe Temperaturen, sondern Viren für die Erkrankung verantwortlich sind? So falsch ist sie dann aber doch nicht, wie Forscher der Yale University im Fachblatt "PNAS" berichten. Es ist zwar längst bekannt, dass sich die Schnupfen verursachenden Rhinoviren am besten bei Temperaturen zwischen 33 und 35 Grad Celsius vermehren, wie sie etwa im Nasenraum herrschen. Infektionen der wärmeren Lunge sind viel seltener. Warum, konnte aber erst jetzt gezeigt werden: Höhere Temperaturen verstärken die Reaktion des Immunsystems, was wiederum die Vermehrung der Viren hemmt.

Abstract
PNAS: "Temperature-dependent innate defense against the common cold virus limits viral replication at warm temperature in mouse airway cells"

Wie Zellen wissen, ob sie wachsen können

Wien - Je nach Ressourcenlage bauen menschliche Zellen neue Stoffe auf oder recyceln bereits vorhandene. Ein internationales Forscherteam mit österreichischer Beteiligung (Zentrum für Molekulare Medizin und Medizinische Universität Innsbruck) hat nun einen molekularen Messmechanismus identifiziert, der ermittelt, wie viele Eiweißstoffe gerade bereitstehen. Dieser Mechanismus steuert, ob die Zellen wachsen oder nur den laufenden Betrieb aufrechterhalten beziehungsweise sterben, wie die Wissenschafter im Fachblatt "Nature" berichten. Konkret handelt es sich dabei um das Protein SLC38A9, das sowohl an Aminosäuren bindet als auch an den sogenannten mTor-Signalweg ankoppelt, der die Weichen in Richtung Wachstum oder Recycling stellt.

Abstract
Nature: "SLC38A9 is a component of the lysosomal amino acid sensing machinery that controls mTORC1"

(dare/APA, DER STANDARD, 8.1.2015)

Share if you care.