Flug Wien–Bratislava: Umwelt-Check

Kommentar7. Jänner 2015, 17:47
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Die Billigflieger brauchen dringend Kunden

Eine sinnvolle Flugverbindung konnte nicht gefunden werden." Das spuckt der Umweltcheck der Deutschen Bahn aus, wenn man beim Kohlendioxidvergleich die Verbindung Wien–Bratislava eingibt. Egal. Denn die verkehrsmittelabhängige Umweltbelastung kann jeder selbst leicht ausrechnen: Ein Fluggast verursacht pro zurückgelegten Kilometer durchschnittlich 380 Gramm CO2, ein Pkw-Passagier 150 Gramm CO2, Bahnfahrer haben einen Pro-Kopf-Ausstoß von 40 Gramm CO2 pro Kilometer; und wer den Reisebus nimmt, sitzt mit 20 Gramm CO2 pro Kopf und Kilometer in der kleinsten Dreckschleuder – alles inklusive Strom- und Kraftstoffherstellung gerechnet.

Niki-Maschinen der Air Berlin sollen ab dem 1. April (!) die siebenundvierzig Kilometer zwischen der österreichischen und der slowakischen Hauptstadt in zwanzig Minuten bewältigen. Die Flugzeuge werden angeblich nicht höher als 1500 Meter steigen, also eine recht bodennahe Kohlendioxidschneise ziehen. Die Billigflieger brauchen eben dringend Kunden, die möglichst nicht aufs Klo gehen, weil zwischen Start und Landung dafür kaum Zeit bleibt.

Es soll ja auch Menschen geben, die von Linz nach Wien fliegen. Oder von Salzburg nach München. Wer weiß, vielleicht kann man in Wien bald auch einen Flug von Floridsdorf nach Liesing buchen. Wie meinen? Da gibt es eine Straßenbahn? Die gab es ganz früher einmal auch von Wien nach Bratislava. (Michael Simoner, DER STANDARD, 8.1.2015)

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