"Hummer"-Prozess in Ungarn: Kärntner beging Suizid

7. Jänner 2015, 17:20
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Obduktionsbefund bestätigte Überdosis eines Schmerzmittels und schließ Fremdeinwirkung aus

Szeged - Jener Kärntner, der am 25. September 2014 wegen der Tötung eines ungarischen Motorradpolizisten in Szeged in erster Instanz zu 15 Jahren Haft verurteilt worden war, hat Suizid verübt. Das sagt der ehemalige Verteidiger des Österreichers, Janos Buza. Eine Fremdeinwirkung sei ausgeschlossen. Todesursächlich sei laut toxikologischem Gutachten eine Überdosis Schmerzmittel gewesen.

Buza hatte am Mittwoch den Obduktionsbefund erhalten, sagte er zur APA. Hinsichtlich des Schmerzmittels gebe es Ungereimtheiten, da dieses nicht von der behandelnden Gefängnisärztin, sondern von einer Gefängnispsychiaterin monatlich verschrieben worden sei. Diese Psychiaterin sei jedoch bei der gefängnisinternen Untersuchung nicht angehört worden. Es gebe auch kein Medikamentenblatt, zudem sei keine Genehmigung für das Verschreiben von Arzneimitteln gefunden worden.

Witwe könnte Anzeige erstatten

Buza erklärte, dass Gefangene keine Medikamente im ihrer Zelle lagern dürften. Es sei nur erlaubt, Medikamente in Pulverform zu verabreichen, und hierbei müsse die Einnahme kontrolliert werden. Es hinge nun von der Witwe des Kärntners ab, ob sie Anzeige wegen vermeintlichen Versäumnissen im Gefängnis erstattet, welche zum Suizid beigetragen haben könnten. Mitgefangene des Kärntners hatten ausgesagt, dass sie im Vorfeld des am 10. Oktober 2014 verübten Selbstmords keinerlei Anzeichen dafür wahrgenommen hätten. (APA, 7.1.2015)

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