Bill Gates trinkt "Fäkalien": Neuartige Anlage vorgestellt

7. Jänner 2015, 11:00
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Microsoft-Gründer unterstützt eine neuartige Aufbereitungsanlage

Milliarden Menschen haben keinen oder nur einen unzureichenden Zugang zu sanitären Anlagen. Vor allem in ärmeren Ländern führen die hygienischen Bedingungen zu Gesundheitsproblemen. Das Trinkwasser ist oft durch Abwasser kontaminiert. Eine neuartige Aufbereitungsanlage soll helfen, Fäkalien wieder in trinkbares Wasser zu verwandeln. Der OmniProcessor der US-Firma Janicki Bioenergy hat dafür prominente Unterstützung: Bill Gates hat die Anlage nun offiziell vorgestellt.

Dampfen, brennen, filtern

Anders als traditionelle Aufbereitungsanlagen soll der OmniProcessor deutlich effizienter arbeiten und neben Trinkwasser auch Energie und Dünger liefern. Die Anlage besteht im Wesentlichen aus einer Dampfkraftwerk, einer Verbrennungsanlage und einem Wasserfiltersystem, die sich gegenseitig antreiben. In einem Video, das Gates bei seinem Besuch des Prototypen bei dem Unternehmen in Seattle gedreht hat, wird die Funktionsweise erklärt.

thegatesnotes

Laut CEO Peter Janicki entspricht das so gewonnene Wasser den Standards anderer Wässer, wie man sie im Supermarkt bekommt, wie er Wired sagte. Der ganze Prozess benötige nur wenige Minuten. Gates selbst schreibt in seinem Blog, dass er keine Bedenken habe, das Wasser zu trinken. In einem Video von seinem Besuch der Anlage, stellt er das auch unter Beweis.

Unterstützung der Gates Foundation

Bereits 2010 startete die Bill and Melinda Gates Foundation ein Programm für Trinkwasser, Abwasserentsorgung und Hygiene. 2011 reichte Janicki sein Konzept ein, das nach einer anfänglichen Ablehnung im Jahr 2012 die Unterstützung der Foundation erhielt.

Anlage im Senegal geplant

Laut Janicki kann eine Anlage für etwa 1,5 Millionen US-Dollar das Abwasser von rund 100.000 Personen aufbereiten und 86.000 Liter Trinkwasser liefern. Allerdings gibt es auch einige Hürden zu überwinden. So gelten in verschiedenen Ländern unterschiedliche Gesetze für Verbrennungsanlagen. Auch kann erst ein längerer Einsatz zeigen, ob der OmniProcessor auch abseits des Prototypen in Seattle funktioniert.

Im Februar soll daher eine erste Anlage in Dakar, Senegal, gebaut werden. Über Sensoren und Webcams werden die Techniker in Seattle mögliche Probleme inspizieren können. Gates geht davon aus, dass es noch Jahre dauern werde, bis das System in mehreren Ländern eingesetzt werden kann, er habe jedoch großes Vertrauen in das Geschäftsmodell. Der menschliche Abfall werde nicht nur aufbereitet, sondern könne tatsächlich Profit bringen. (red, derStandard.at, 7.1.2015)

  • Bill Gates beweist: er hat keine Angst Wasser zu trinken, das wenige Minuten zuvor aus Fäkalien gewonnen wurde.
    foto: gatesnotes

    Bill Gates beweist: er hat keine Angst Wasser zu trinken, das wenige Minuten zuvor aus Fäkalien gewonnen wurde.

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