Syrer erstmals größte Flüchtlingsgruppe weltweit

7. Jänner 2015, 10:48
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Aktueller UNHCR-Bericht: Pakistan nahm 1,6 Millionen Flüchtlinge auf

Genf – Das Ausmaß von Flucht und Vertreibung hat durch die bewaffneten Konflikte in der Welt einen traurigen Rekord erreicht: Schon seit 2013 verzeichnet das UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) eine seit dem Zweiten Weltkrieg unerreichte Anzahl an Flüchtlingen sowie Vertriebenen innerhalb der eigenen Landesgrenzen.

Allein im ersten Halbjahr 2014 wurden nach den am Mittwoch in Genf veröffentlichten Zahlen 5,5 Millionen Menschen durch Gewalt in die Flucht getrieben, 1,4 Millionen davon verließen ihr Land. Die meisten Flüchtlinge stammen laut UNHCR mittlerweile aus Syrien, mehr als drei Millionen Menschen. Das sind 23 Prozent aller Flüchtlinge unter UNHCR-Mandat.

Bisher Afghanen größte Flüchtlingsgruppe

In den vergangenen 30 Jahren stellten demnach stets Flüchtlinge aus Afghanistan die größte Gruppe dar. Die vier Millionen palästinensischen Flüchtlinge in Nahost stehen unter dem Mandat des speziell für sie zuständigen UNO-Hilfswerks UNRWA.

Die Zahl afghanischer Flüchtlinge bezifferte das UNHCR auf 2,7 Millionen. Es folgen Somalia mit 1,1 Millionen, der Sudan mit 670.000, der Südsudan mit 509.000, die Demokratische Republik Kongo (493.000), Myanmar (480.000) und der Irak (426.000). Der Libanon und Jordanien nahmen den Angaben zufolge im Verhältnis zu ihrer Bevölkerung die meisten Flüchtlinge auf. So entspricht die Flüchtlingspopulation im Libanon 25,7 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Rund 56.000 Flüchtlinge kamen in Österreich unter

In absoluten Zahlen nahm Pakistan die meisten Flüchtlinge auf (1,6 Millionen). Danach folgen der Libanon (1,1 Millionen), der Iran (982.000), die Türkei (824.000), Jordanien (737.000), Äthiopien (588.000), Kenia (537.000) und der Tschad (455.000).

Österreich nahm laut UNHCR 55.598 Flüchtlinge auf – 6,26 pro tausend Einwohner. Neunundzwanzig Länder weltweit nehmen pro Einwohner mehr Flüchtlinge auf als Österreich, stellt man die Zahl der Aufgenommenen in Relation zum BIP, sind sogar 65 Länder vor Österreich.

Einen deutlichen Anstieg verbuchte das UNHCR auch bei den Asylanträgen, die im ersten Halbjahr 2014 um 18 Prozent auf 558.600 stiegen. Mit Abstand die meisten Anträge weltweit verbuchte dabei Deutschland, wo 67.400 Menschen um Asyl ansuchten. Es folgen die USA (47.500), Frankreich (29.900), Schweden (28.400), die Türkei (27.800), Italien (24.500) und Russland (17.900).

Das UNHCR führt in seinem Bericht auch neun Österreicher als Flüchtlinge, dazu kommen zehn Asylanträge durch Österreicher. (APA, 7.1.2014)

  • Syrische Kinder spielen in einem UNICEF-Zelt im Libanon.
    foto: reuters

    Syrische Kinder spielen in einem UNICEF-Zelt im Libanon.

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